Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1881)
- Date
- 1881-08-01
- Page
- Seite 191 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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191 der Urkräfte aus Gott oder die von den Ausstrahlungen derselben als Lichtstrahlen aus ihm. In einer Unterredung erzählt eine Midraschstelle war R. Mair mit einem Min (Sektirer) Dieser frug: „Es Heist: Der Gottesquell ist voll Wasser, sollte er seit dem Tage der Schöpfung nicht abgenommen haben? Jener antwortete: „Wenn Du (in den heißen Wassern Tiberias) badest, verlierst Du an Gewicht in Folge des von Dir ausgeströmten Schweißes? Gewiß nicht! So ist es niit dem Quell Gotttes, der immer voll bleibt." Hier wird die Lehre von der Emanation von einem Gesetzeslehrer vertheidigt. Auch die Annahme einer Emanation als eine Lichtausstrahlung aus Gott hatte ihre Anhänger und Verbreiter noch im 4. Jahrh. ». Ehr., wurde jedoch wenig verstanden und beherzigt. Eine andere Midraschstelle, berichtet: „R. Simon, Sohn Jehozadok, frug den R. Simon, Sohn Nachmam, wo das Licht geschaffen? Dieser antwortete: „Gott hüllte sich in das Licht, wie in ein Gewand, dessen Strahlen die Welt erleuchteten oder wörtlich: und es strahlte sein Glanz von einem Ende der Welt bis zum andern." Dieses, heißt es darauf, theilte er ihm geheim mit. Ersterer verstand diese Mittheilung nicht, es war die von den Gesetzlehrern als ketzerisch bezeichnete Lehre von der Emanation, und rief ihm erstaunt zu: „das sagt ja der Psalmvers (Ps, 104.) „Er hüllte sich ein „wie in ein Gewand," warum so geheimnißvoll? Er erwiederte: „Ich habe diese Lehre als Geheimniß gehört, so verkündete ich sie geheim." Weiter werden auch obige biblischen Begründungen Philos von seiner Logoslehre entschieden zurückgewiesen. So wird im ersten Worte des Schöpfnngberichtes 1. M. 1. 1. „Bereschith „im Anfänge" die erste Silbe „K<>" die in der Bedeutung von „mit" genommen, die neben Gott einen Mithelfer bei dem Schöpfungswerk andeuten soll —, init dem ihm folgenden „resclntli,“ das ini Sinne von „Thora" „Lehre," „Weisheit" verbunden erachtet und dahin erklärt, daß dieses „Ke" (mit oder nach) sich nicht auf eine zweite Gottheit, sondern auf die Thora die Weisheit beziehe, bezeichnet nämlich, daß Gott d. h. nach der Thora die Welt erschaffen habe. Auch in Bezug auf die Aufeinanderfolge der Wortstellung des ersten Verses: „Im Anfänge schuf Gott den Himmel und die Erde" —, und nicht: „Gott" schuf im Anfänge den Himmel und die Erde" was der Annahme von Schöpfershelfern vorgebeugt hätte, lehrt der Gesetzeslehrer „Ben Asai" (im 2. Jahrh. n. Ehr.) daß die Schrift, ehe sie den Schöpfer nennt, erst sein Werk bekannt inacht im Gegensätze zur Sitte des Menschen, der seinen Namen vor seinen Thaten angiebt. Andere Hauptbeweise in der Bibel, in denen Philo und die spätern Anhänger seiner Lehren den Logos vorfinden, >vie wir dieselben oben zitirt haben, 1. M. 19. „Der Ewige ließ von dem Ewigen über Sodom und Amora Schwefel und Feuer regnen." Ps. 50. 1. „Gott (Elohim), der Ewige spricht; 5 M. 4. „welchem Elohim sich nahen;" l M 1. 20. „Wir wollen einen Menschen niachen nach unserem Ebenbilde." Auch diese werden von den Lehrern der ersten drei Jahrhunderte wiederlegt. So weist R. Gamliel 11 (im 1. Jahrh. n. Ehr.) in Bezug auf erste Stelle auf i M 4. 22. hin, wo ebenfalls Wiederholungen Vorkommen, ohne daß man an zlvei Personen zu denken braucht. In Betreff der zweiten und dritten Vibelstelle, wo für „Gott" die Pluralbenennung „Elohim" vorkomnit, als wenn noch eine andere Gottheit (der Logos) mitbegriffen wäre, lehrte R. Simlai lim 0. Jahrh. n. Ehr.) daß man auf das mit „Elohim" in Verbindung stehende Verbum zu achten habe, das in allen diesen und ähnlichen Bibelstellen im Singular steht, also nur von einem Gott spricht. So z. B. Josua 22. 22. „Gott" (Elohim) der Ewige weiß es"; Ps. 50. 1. „Elohim, der Ewige spricht,,;