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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-08-01 · Heft 8 (1.8.1881) · p. Seite 182

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 8 (1.8.1881)
Date
1881-08-01
Page
Seite 182 (sequence 6)
Language
German
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182 der Ort ist bei mir (2 M 33. 21), was deutlich ausspricht, daß Gott der Ort der Welt, aber die Welt nicht der Ort Gottes ist". Aehnlich spricht sich sein Zeitgenosse R. Jizchak aus: „Es heißt: „Die Wohnung des Gottes der Vorzeit" (5 M. 33. 27), wir wissen nicht, ob Gott die Wohnung der Welt oder die Welt die Wohnung Gottes sei, aber die Worte„Eine Wohnung (Zufluchtsstätte) warst du uns von Geschlecht zu Geschlecht" (Ps. 90), d. h. Gott ist die Wohnung der Welt, aber die Welt nicht die Wohnung von Gott." Noch im 3. Jahrhundert n. Ehr. sieht sich der Gesetzeslehrer R. Ami zu der Erklärung genöthigt: „Warum heißt Gott „der Ort"? Weil Gott der Ort der Welt ist, aber die Welt nicht der Ort Gottes." Wir merken, daß diese philonische Lehre bei den Volks- und Gesetzeslehrern in Palästina Anstoß erregte und sie nur unter der angegebenen Umgestaltung zugelassen und weiter gelehrt wurde. Noch Maimonides (im 12. Jahrh.) bemerkt in Bezug auf dieselbe, daß sie, die Lehrer im Talmud, lehrten: „Gott habe seine Wohnstätte auf der Welt, aber nicht in der Wett, d. h. innerhalb der Materie", um von Gott jede pautheistische Vorstellung fern zu halten, b. Die Lehre Philos von der Gottähnlichkeit des Menschen, die er als die Ähnlichkeit mit dem Logos (gleichsam dern Untergott) hält. Dieselbe wurde von R Akiba im 1. Jahrh. n. Ehr., als er sie von seinem Zeitgenossen Pappus vortragen hörte, als autijüdisch perhorrescirt. „Siehe, der Mensch ist wie Einer von uns" il M. 3. 22), d. h. lehrte Pappus, wie Einer der Engel!" „Genug davon! entgegnete ihm R. Akiba. Die Gottähnlichkeit des Menschen, lehrte dieser, bezieht sich auf dessen Freiheit, das Gute oder das Böse zu wählen. Aber schon die Kabbala und theilweise auch die Mystik hat die philonische Lehre von der Gottähnlichkeit des Menschen, wie dieselbe von Pappus vorgetrageu und von R. Akiba als unjüdisch zurückgewiesen wurde, wieder ausgenommen. Deutlich ist die betreffende Lehre im Buche Sohar: „Gott schuf den Menschen in seinem Bilde", nämlich in dem des Metatron." Auf einer andern Stelle heißt das Himmelswesen, nach dessen Bild der Mensch geschaffen wurde, der obere Mensch, der himmlische Adam. <■•. Die Einheit Gottes. Die Lehre von der Einheit Gottes erhält bei Philo durch sein Phi losophem vom Logos, der als zweiter Gott. Schöpfer und Erhalter der Welt dargestellt wird, trotz seiner ausdrücklichen Verkündigung des Monotheismus eine gar arge Trübung, die später die Trinität des Christenthums befestigen half. Die Volks- und Gesetzeslehrer verwahrten sich iil ihren Lehren mit Nachdruck gegen jede Annahme von Untergöttern. Wir bringen von demselben: „Mein Theil, o Ewiger, spricht meine Seele" Klgld. 3 24), wie bei einem Könige, heißt es hier, der mit einem großen Gefolge die Provinzen seines Reiches besucht, es zu geschehen pflegt, daß von den Bewohnern die Einen diese und die Andern jene Persönlichkeiten aus der Umgebung des Königs zu ihren Schutzpatronen sich wählen, aber die Vernünftigen nur den König als solchen anerkennen; so geschah es bei der Offenbarung Gottes. Die Völker wählten untergeordnete Gottheiten, aber Israel Gott allein, denn es heißt: „Höre, Israel, der Ewige unser Gott ist der Ewige der Eine. R. Akiba, der berühmte Volks¬ und Gesetzeslehrer im 1. Jahrh. n. Ehr., antwortet dem Lehrer Jsniael, daß die Partikel: eth im 1 M. 1. 1 nicht im Sinne des griechischen Wortes, welches „mit" bedeute, sondern als Akkusativpartikel zu betrachten sei: „Im Anfänge schuf Gott den Himmel und die Erde", gegen die Annahme: „Himmel und Erde" waren gleich Gott (Elvhim) Götter bei' der Weltschöpfung. Ebenso lautet eine andere Lehre: „Die Engel wurden nicht am ersten Tage geschaffen, damit man

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