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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-08-01 · Heft 8 (1.8.1881) · p. Seite 181

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 8 (1.8.1881)
Date
1881-08-01
Page
Seite 181 (sequence 5)
Language
German
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181 Menschen das Ebenbild Gottes", sondern „er machte den Menschen nach dem Ebenbilde Gottes", d. f)- nach dem Logos. Die Stelle in l M. 0. 6. „Gott bereute, daß er den Menschen geschaffen", erklärt er, daß Gott sich der in ihm ruhenden Erkenntniß und der nach Außen hin wirkenden Einsicht bediene, wenn er seine Werke betrachte. Er lobe diejenigen, die in ihrer Ordnung bleiben und strafe die, welche sie verlassen. Die Namenlosigkeit Gottes gegenüber den in der Bibel gebrauchten göttlichen Benennungen macht ihm keine weiteren Schwierigkeiten; er sagt darüber: „damit aber das Menschengeschlecht des Vorzugs nicht entbehre, das höchste Wesen auch in der Sprache zu besitzen, ist ihnen erlaubt, relative Namen zu gebrauchen, die einzelne Eigenschaften Gottes bezeichnen." Daß auch der eigentliche Göttesnamen „Jhvh", das Tetragrammaton, nicht gebraucht werden soll, findet er in 2 M. 20 in dem dritten Gebot. Die obige Lehre endlich, daß Gott nicht im Raume ist, wird biblisch begründet. Aus 1 M. 22. 3. 4 beweist er, daß Abraham erkannte, daß Gott über die Schöpfung hinausliege. Den göttlichen Ruf an Adam in 1 M. 3. 9 deutet er, als wenn er lautete: „Adam, du bist irgendwo, aber Gott hat kein Sein im Raume, wie du annahmst, als du dich vor ihm verstecktest!" Diese philonischen Philosopheme haben, wie bereits oben angegeben, bei den Volks- und Gesetzlehrern in Palästina in den ersten 9 Jahrh. n. Ehr. Eingang gefunden, von denen die, welche mit der reinen Bibellehre in Widerspruch zu stehen schienen, nur unter einer bestimmten Modifikation weiter gelehrt wurden. Es ist für die Geschichte der Milchen Religionsphilosophie von nicht unbedeutendem Interesse, diese Modifikationen oder Umgestaltungen der philonischen Philosopheme in den Talmuden und Midraschim kennen zu lernen. Die Vorarbeiten darüber von Asaria de Rossi in seinem Buche .Jmrc Biiia Abschn. 4 u. ft; Krochmal in seinem Buche Norv Nebuchehaseman; Oppenheim und Beer in Frankels Monatsschr.; Joel in seiner Kabbala Wolf in seiner philonischen Philosophie; Freudenthal in seinen Hellenischen Studien und Siegfried, Philo von Alexandria, Bacher, Hagada, „Rabh" bringen aus dem Talmnd und dem Midrasch Parallelen zu den'Philosophemen Philos, ohne auf die Modifikatiou derselben aufmerksam zu machen, die in den talmudischen Parallelen angegeben sind. Wundern muß man sich überhaupt, daß die jüngern Herrn Autoren von den altern Vorarbeiten auf diesen! Gebiete nichts erwähnen, obwohl sie dieselben gar sehr gekannt und ausgebeutet haben. Wir bringen davon das Hauptsächlichste in seiner geschichtlichen Entwicklung, a. Die Benennung Philo s „Gott als der Weltenort" und sein dunkler Ausspruch: „Gott ist das All" oder „Gott und das All" sind ein und dasselbe, der pantheistisch klingt nebst einer dritten Bezeichnung von ihm: „Gott" wird „Ort" genannt, weil er das Wesen ist, das Alles umfaßt und in sich schließt", erhalten bei den Lehrern im talmudischeu Schriftthume eine Umgestaltung, die jeden Pantheismus ausschließt. „Der Ort", hebr. „mukom“ war auch bei den Volkslehrern des 1. und 2. und 9. Jahrhunderts eine Lieblingsbenennung für „Gott", dagegen kommt dieselbe in den Aussprüchen der Volks- und Gesetzeslehrer vo? dieser Zeit nicht vor. Es scheint daß dieser Name für „Gott" von Außen, von den Alexandrinern in das Judenthuni eingedrungen sei. Ein Lehrer gegen die Mitte des zweiten Jahrhunderts n. Ehr., R. Jose ben Chalephta, in dessen Aussprüchen sich viele alexandrinische Philosopheme finden, bringt auch obige philonische Lehre von Gott als dem Weltenort, aber in einer Modifikatiou, die sie zu einer jüdisch palästiniensischen umgestaltet. Er lehrte: „Wir wissen nicht, ob Gott der Ort der Welt oder ob die Welt der Ort Gottes sei; es heißt: „siehe

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