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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-08-01 · Heft 8 (1.8.1881) · p. Seite 180

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 8 (1.8.1881)
Date
1881-08-01
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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180 Me Hletigionspyilosophie der Juden vis zum Abschluß des Hatmud. Von vr. I. Hamburger, Landesrabbiner in Strelitz (Mecklenburg.» (Schluß.) Die Lehre von der Außer- und Ueberweltlichkeit Gottes hat die biblische Lehre von der Gegenwart Gottes in der Welt scheinbar gegen sich. Einen Ausgleich findet Philo darin, daß er die Verbindung Gottes mit der Welt in sein Wirken setzt. Gott ist, lehrte er, seinem Wesen nach erhaben über die Welt, doch erfüllt er Alles durch sein Wirken. Wenn die Schrift sagt: „Gott ist oben im Himmel und unten auf der Erde," so ist dies nicht nach seinem Wesen, sondern von seinen: Wirken. Er durchzieht Alles, setzt ordnend und sondernd, verknüpfend und bindend, faßt Alles in sich zusammen als den Ort von Allen, ist überall und doch wieder nirgend, da ihn selbst nichts zu umfassen vermag; er umschließt Alles gleichsam im Kreise, setzt Grenzen jedem Ding und bestimmt als Wagenlenker und Steuermann dessen Verlauf u. s. w. Die Welt, das Haus Gottes, gehört nothwendig zu ihm, wie die Erscheinung zum Wesen, ihr Untergang wäre sein eigener Tod ld. h. seiner lebendig wirkenden Gegenwart). Gott ist nicht der Schöpfer der Welt, sondern nur deren Bildner, weil die Materie, als sein düsteres Widerspiel, nicht von ihm herrühren kann. Ein fernerer Nachweis betrifft: 4. die oben angegebene Zeichnung Gottes als völlig eigenschaftslos und unnennbar. Gegen dieselbe sprechen ebenfalls die in der Bibel vorkvmmenden Gotteseigenschaften und Gottesnamen. In Bezug auf die Eigenschaftslosigkeit Gottes wird angegeben, daß das Verbot der Götzenbilder in 2 M. 20. 8. 5 M. 5. 7, von Gott sich eine Gestalt zu machen, die Eigenschaftslosigkeit Gottes lehrt, denn die Götzenbilder beruhen auf der Annahme, daß Gott eine Eigenschaft beigelegt werden könne, was hier verboten wird. Die dennoch vorkomnieuden Gvtteseigenschaften bezeichnen nicht Gott an sich, sondern sind seiner Beziehung zur Welt, seinen Werken, entnommen. Größere Schwierigkeiten machten Philo: 5. die Anthropomorphismen in der Bibel, die Gott mit menschlichen Eigenschaften ansstatten und nach menschlicher Gestalt zeichnen. Er hält dieselbe »vie sein Vorgänger Aristobnl, als aus einer Anbequemnng an die Schwächen der Menschen hervorgegangen. Die Masse der Menschen vermag nicht, das Göttliche in seiner Reinheit zu fassen, um ihnen jedoch die göttliche Lehre beizubringen, hat man die anthropomorphistische Forni geivählt. Den Beweis hierzu findet er in der Zusaininenstellnng zweier Pentateuchverse: 4 M. 28. 19. „Gott ist kein Mensch, daß er lüge, kein Erdensohn, daß er sich bedenke", wo jede menschliche Eigenschaft von Gott verneint wird, und 5 M. l. 81. „Dich hat der Einige dein Gott getragen, wie ein Mann seinen Sohn trägt", die dem zu widersprechen scheint, was nur dadurch gehoben wird, wenn man annimmt, daß Gott ans pädagogischen Rücksichten bisweilen ivie ein Mensch dargestellt wird. Ebenso spricht er sich über die Anthropopathismen in der Bibel ans. „Gott an sich ist ohne jeden Affekt, wird aber in menschlicher Weise so dargestellt, als hätte er Leidenschaften. So erklärt er die Stelle in 2 M. 2. 12. Moses schaute in seiner Seele, da war Alles in Aufruhr; er sah nur Gott ohne diese innere Bewegung. Weiter erklärt er die biblische Lehre von der Gottühnlichkeit des Menschen dahin, daß es in 1 M. 1. 27 von der Schöpfung des Menschen nicht heißt: „Gott schuf am

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