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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-07-01 · Heft 7 (1.7.1881) · p. Seite 172

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 7 (1.7.1881)
Date
1881-07-01
Page
Seite 172 (sequence 20)
Language
German
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172 klaffender Riß geschaffen zwischen Biirgern desselben Staates, den friedlichen Bewohnern desselben Landes, damit um so leichter der Nacken Aller in das bereitgehaltene Joch sich bequeme. Der unsterbliche Name des großen Lessing, der Glanz und der Ruhm des deutschen Volkes, darf an den Stätten seines irdischen Wallens, dort gerade, wo jeder Schritt Spuren seines versöhnenden Wirkens den ewigen Erinnerungen aufbewahrt, von literarischen Gassenbuben ungestraft in den Stäub getreten, sein edler, selbstloser, stahlblanker Charakter verdächtigt, bemakelt und befleckt werden. Um so inniger wollen wir uns um seinen strahlenden Namen schaaren, seine hinterlassenen Gedanken in unserer Mitte Pflegen, an seinem heiligen Vermächtniß mit jüdischer Zähigkeit und jüdischer Gedankentreue festhalten. Wir wollen den Haß mit der Liebe besiegen, der erniedrigenden Verleumdung, der beschämenden Zwietracht den Gedanken der Eintracht und der Brüderlichkeit der Gesanimtmenschheit entgegenhalten, die seelige Hoffnung nicht sinken lassen, daß der lichte Gottestag der Versöhnung dennoch bald heranbrechen wird, strahlend und farbenreich, aus dessen Bereich alle düsteren Nachtnebel des Wahnes, alle Wolken des Hasses schwinden und zerfließen, der Gottestag der Gerechtigkeit und Freiheit aller Racen und Stämme, der Eintracht und Brüderlichkeit aller Sprachen und Zungen, der Liebe und Versöhnung aller Religionsformen und Bekenntnisse. „Wie schön und wie lieblich wenn Brüder einträchtig beisammenwohnen; dort hat der Herr den Segen besohlen, ewiges Leben." Waimonides. Historische Erzählnnfl von Dr. M. Dessauer in Cöthen, design. Landesrabbiner zu Meiningen. (Fortsetzung.) „Es sind viele Trugschlüsse in diesem Sendschreiben", versetzte Moischa, „doch ich will dich nicht aufhalten; fliehe ohne viel Geräusch. Vergiß aber niemals, daß ein moslemitischer Gottesgelehrter dich gewarnt, dich und die deinen voni Tode befreit hat. Lerne durch mich Muhameds Religion achten. Du selbst mußt es lieber sehen, wenn deine Glaubensgenossen aufrichtige und redliche Menschen werden. Willst du dich mir dankbar erweisen, dann ermahne die Israeliten, die, ich weiß es, in unserem Staate sehr zahlreich unter der Maske des Islam leben, nicht in ihrer Verstellung und Heuchelei zu behatren, sondern, da sie einmal iricht Juden sein dürfen und meist nicht auswandern können, ehrliche Muhamedaner ztl werden und ihre Kinder zu guten Söhnen des Islam nach der reineren Auffassung des gottgesandten Imam, unseres großen Mahdi Jbn-Tumart, zu erziehen. Wozu diese unnütze Hartnäckigkeit, diese ewige Qual, eine Religion zur Schau zu tragen, die nicht im Innern wohnt? Du wirst durch die Kraft deiner Rede, durch deine reiche Gelehrsanikeit, einen großen Einfluß bei deinen Glaubensgenossen gewinnen. Mache sie durch Schrift und Wort zu aufrichtigen Menschen und bestärke sie nicht in ihrer Lüge und Verstellung. Also: Vergiß nicht, daß ein Moslem uneigennützig dein Leben erhalten hat. Wir werden später noch von einander hören. Lebe wohl!"-

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