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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-06-01 · Heft 6 (1.6.1881) · p. Seite 147

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 6 (1.6.1881)
Date
1881-06-01
Page
Seite 147 (sequence 19)
Language
German
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— 147 — Mittheilung die Fortsetzung verbrannt. Interessant ist, wie Heine's Ruhm, Charlotte, seine Schwester, bestrahlte, und wie sie ans ihrer Durchreise in Frankfurt a. M. durch den damaligen Finanzminister dem Hause Rothschild vorgestellt, dort zur Abendgesellschaft geladen war und nur als „Madame, die Schwester Heine's" vorgestellt wurde, was sich sogar bis zur Dienerschaft fortpflanzte, die die zu spät kommende mit „Madame, die Schwester Hei ne's kommt" einführte. Lebt und zehrt hier Charlotte nur von dem Rhume ihres Bruders, so empfängt Platen, den Heine in seinem Oodipus provocirte und von ihm darum eine Zurechtweisung vediente, Charlotte, als er ihr vorgestellt wurde, auf's Liebenswürdigste, ihr die Worte der heiligen Schrift in Erinnerung rufend: „bin ich der Hüter meines Bruders," wodurch er ihr die schwere Verantwortlichkeit, die sie für ihren Bruder haben könnte, in ritterlicher Weise abnimmt. Hervorgehoben wird Richard Wagner's Verhältniß zu Heine, der sich seiner in Paris, als er noch Noten für Musikhändler copierte, sehr annahm, und es klingt wie Undankbarkeit, wenn Wagner jetzt von Heine's Bänkelsängereien spricht. Die Urtheile der Maria Embden über die Frau Heine's sind mit größter Reserve aufzunehmen. Es ist schon darum denselben keine Bedeutung zuzuerkennen, weil diese in der Familie nie beliebt war und in derselben nie ihre verwandtschaftliche Stellung zu. erringen im Stande war. Sonntag, den 17. Februar 1856, 5 Uhr, wurde Heine von seinen Schmerzen und Leiden durch den Tod erlöst, und Dienstag den 20. Februar in aller Frühe wurde sein Staub in die Erde gebettet. Wir schließen unfern Bericht mit I. Mähly's Worten: „die deutsche Muse hatte, während Heine lebte, keuschere Jünger als ihn, begabtere wenig oder keine. An Talent hat ihn auch unter den Modernen keiner überragt. Er verstand sich auf die Schmelztöne der Flöte wie auf die schmetternden Fanfaren der Kriegstuba. Es hat etwas Grandioses, mit welchem Schwung, welcher Kraft und welchem Siegesgefühl dieser Königstiger in die Hürde seiner Schlachtopfer einbricht und da aufräumt. Seinen Stahl'in der Schmiede des Wortes zu schärfen, das verstand in Deutschland bisher Keiner so vollkommen als er, selbst Lessing nicht." Wir können das Buch Maria Embdens als anregende Lectüre, in der sich Zeit und Umgebung des Dichters mannigfach wiederspiegeln, nur auf's Wärmste empfehlen. Heschichtsvilder aus der nachtalmudifchen Zeit bis auf die Gegenwart (1500—1880). Nach den Quellen bearbeitet von I)r. M. H. Friedländer. (Fortsetzung.) R. Isaak Curia, Chajim vital u. Israel Kagara. Molchos Auftreten und Märtyrium blieb nicht ohne Folgen für das Studium der Kabbala. Durch ihn gewann die Kabbala besonders in Palästina eifrige Anhänger und Verehrer da nunmehr das Studium derselben größere Dimensionen angenommen hatte. Der gefeierteste Kabbalist der damaligen Zeit war unstreitig R. Isaak Luria oder Isaak Aschkenasi, der 1534 in Jerusalem das 12*

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