Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1881)
- Date
- 1881-06-01
- Page
- Seite 143 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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143 Wie? Sollte von dem Urquell alles Segens, dem allgütigen und barmherzigen Gott ein Fluch den Menschen gekommen sein? Nein, sa^t Salomo, betrachtet euch genau diesen Fluch und er ist selber eine unerschöpfliche Quelle des Segens. Salomo sieht in jener Erzälung nicht die Geschichte des Ersten, sondern des Menschen überhaupt, ein Gemälde der Gesammt-Menschheit, einen treuen Spiegel, in welchem jeder sich selber genau beschauen und betrachten kann. Das Paradies mit seinen Frucht- und Schattenspendenden Lebensbäumen, den unendlichen Freudcnquellen, den tausendstimmigen Sängern der Lüfte, mit der Pracht der Blüten und Blumen, mit der Fülle der Gaben und Güter für Herz und Gemüt, ist die gesammte Gottes-Natur, der Wohnsitz der Menschen. So lange die Vernunft herrscht, die Sinnlichkeit dient, geyießt er Lebensfrüchte, wenn aber die Schlange, die sündige Gier das Haupt erhebt, die wie ein Zauberwesen den Menschen umlauert, ihn verblendet und täuscht, in die Schlupfwinkel des Innern sich schleicht, wenn die Lust ungezähmt und ungezügelt Rathgeberin wird; dann tritt der Mensch die heiligsten Gesetze mit Füßen, letzt sich an Niederen und Gemeinen, kehrt seine Wut gegen sich und die geliebtesten Seelen. Da wälzt der Gatte die Schuld auf seine Gattin und Gefährtin: „das Weib, das du mir gegeben, die gab mir, daß ich aß." Ein schreckliches Wort, ein entsetzlicher Abgrund. Vor den allmächtigen Gott tritt der Gatte hin, die eigene Genossin anzuklagen. Siehe hier das allein war der Fluch des Leichtsinnes. Von Gott aber kam nur der Segen; die göttliche Barmherzigkeit zeigt dem Irrenden den Weg das Paradies wiederzugewinnen. In das zarte Herz des Weibes wird das „Verlangen, nach dem Manne" gepflanzt: die Liebe mit ihrer reinen Weihe; dem Manne aber wird als Schutz vor Sünde und Leidenschaft, die „Arbeit" zugewiesen. Arbeit stärkt Sinn und Geist der Versuchung zu widerstehen! Die Liebe in dem Herzen des Weibes, die schaffende Regsanikeit des Mannes gestalten das Haus, die Welt zum Paradiese. (Schlns, folgt, ‘) Methodus ad facileni historiarum cognitioncm. Paris 1566. 4. 2) Reponse aux paradoxes de N de Malestrait etc. Paris 1568- -') Les six Livres de la republique. Paris 1576. 2 4) Hepta plomcres, sive Colloquium de rernm abditis. 5j Bon jüdischen Autoren erwähnt ihn nur Jellinek in seiner Rede auf Sal. Munk am 21. Januar 1865; derselbe war es auch, der den Berf. zur Bearbeitung dieses Gegenstandes, zur Einführung Bodin's in den Kreis der jüdischen Literatur angeregt und mit Hilfsmitteln aus seiner großen Bibliothek unterstützt hat. Keimich Keine?) Ueber Persönlichkeiten, die durch die Eigenart ihres Denkens und Fühlens sich allzusehr von dem gewöhnlichen Menschenschläge entfernt und aus der breitgetretenen Bahn des Alltäglichen herausgelebt haben, ist es gar schwer, sich ein objektives Urtheil zu bilden, das, weder von Liebe noch von Haß beeinflußt, als geschichtlich feststeheud gelten kann. Erinnerungen an Heinrich Heine von seiner Nichte Maria Embden-Heine. Principessa della Rocea, Hamburg 1881, Hoffmann £ Campe. italienisch unter dem Titel: „Rieordi della vita intima di Enrico Heine, per la sua uipote Maria Embden-Heine, Principessa della Rocca, Firenze 1880. Barbira.