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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-05-01 · Heft 5 (1.5.1881) · p. Seite 127

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 5 (1.5.1881)
Date
1881-05-01
Page
Seite 127 (sequence 23)
Language
German
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12t Deutschen, die bereits herostratische Heldenthaten aufzuweisen haben, nicht gut die Rede sein. Da aber gegenwärtig hier wie im Deutschen Reiche der Talmud mit seinen agadischeu Lehrsätzen und Symbolen wieder zum Angriffs- und Spottobjekt gemacht wird, so halte ich es für zuträglich, hier zwei Ansprüche zweier jüdischen Autoritäten aus dem 13. Jahrhundert anzufttgen, die es ausdrücklich betonen, daß der Talmud mit nichten in seinem ganzen Umfange und in allen seinen Sentenzen als das dogmatische, und autoritative Buch der Juden betrachtet werden kann. Diese Aussprüche finden sich in Disputationen, die Rabbi Jechiel aus Paris und Mofcs bar Nachman mit getauften Juden, ersterer mit Nikolaus Donin, und letzterer mit Fra Paolo hatten, deren Darstellung ich bereits in meiner Schrift: „Religions-Disputationen im Mittelalter" gegeben und die in dem Buche: „Die Prinzipien des Judenthums" von l)r. Schreiber ohne Quellenangabe auf Seite 72 und 73 wörtlich angeführt ist. Rabbi Jechiel antwortete auf die Frage Donin's, ob er (Jechiel) auf jedes Wort des Talmuds schwöre, folgendermaßen: „Allerdings ist uns der gesetzliche Theil des Talmuds, der unser religiöses und sittliches Leben regelt, werthvoll und theuer, allein die Agada, aus der du vorzüglich deine Anklagen schöpfest, die ist für die Juden nicht bindend, die kann man entweder glauben oder auch nicht, ohne daß man aufhört ein rechter Jude zu sein. Die Agada ist nicht wörtlich zu nehmen, spricht in Bildern und Symbolen und ihr Inhalt bildet kein Glaubensdogma für die Bekenner des Judenthums." Nachmanides betont dies in einer Entgegnung an Fra Paolo noch schärfer und sagt: „Wisset wir besitzen dreierlei Bücher: vor Allem die Bibel, an die wir Alle mit innerster Ueberzeuguug glauben, dann den Talmud, den wir als unentbehrlichen Commcntar zu den biblischen Gesetzen heilig halten; ober das dritte Buch, das wir Midrasch nennen, (das also dem agadischen Theil des Talmud gleichkömmt) das sind bloße Sermones, Reden die man anhört, die aber sonst keine Verbindlichkeit für die Juden haben. Die Agada ist, wie schon der Name andeutet, eine bloße Sage, eine Dichtung, eine Schöpfung der Phantasie, eine Mittheilung, die einer dem andern macht, die aber kein Dogma für die Juden ist und an die auch ich nicht glaube. Wer wollte demnach den Talmud das alleinige dogmatische Buch der Inden nennenV oder das Judenthum für ein Werk verantwortlich machen, welches neun Jahrhunderte, mehr als fünfundzwanzig Generationen, Männer verschiedener Geistesrichtung, Gemüthsstimmung und Herzensbildung ins Leben gerufen haben? — Preßburg im März 1881. Rabb. Dr. David. Aus Spanien von Dr. Grünewald-Br es lau. Seit April 1880 erscheint in Barcelona eine Zeitschrift unter dem Titel: Revista de seiemias historicas „Zeitschrift für historische Wissenschaften," herausgegeben von Don S. Sanpere y Miquel in Barcelona. Da ich das Vergnügen habe, mit dem liebenswürdigen und geistreichen Herausgeber der Zeitschrift in brieflichem Verkehre zu stehen, will ich Einiges, das ein allgemeines Interesse beanspruchen kann, ans den, selben hier mittheilen. Das Oetoberheft enthält einen Aufsatz über einige Grabinschriften aus dem 13. Jahrhundert in Barcelona von Fidel Fita. Zusätze zu diesem Aufsatze habe ich in dieser spanischen Zeitschrift im Januarheft 1881 veröffentlicht. Im Decemberheft ist ein Aufsatz Fita's über die spanischen Juden, ferner vom Direktor

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