Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1881)
- Date
- 1881-05-01
- Page
- Seite 128 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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128 des Archives in Barcelona ein Aufsatz über den Friedhof in Barcelona nach archivalischen bisher nicht veröffentlichten Handschriften. Der Herausgeber Sanperey Miquel selbst arbeitet ebenfalls an einer größeren Studie über das Blutbad, das den Juden im Jahre 1391 in Aragonien bereitet wurde. Der Herausgeber nennt es in seinem Briefe an mich l'infÄme massacre. Diese Episode ist in der Grätz'schen Geschichte der Juden bisher noch nicht genügend aufgehellt, und es läßt hoffen, daß auch auf die bedeutenden Männer jener Zeit neues Licht >vird geworfen werden, so, um zwei der bedeutendsten hervorzuheben, auf den großen Philosophen Chasdai Kreskas und den Grammatiker, Historiker und Apologeten Profiat Duran, auch Efodi genannt. Wahrscheinlich dürfte auch Efodi's Buch, „Zikkaron haschmad“ (Erinnerung an die Judenverfolgungen), das nach Grätz in Barcelona sein soll, jetzt zum Vorschein kommen. Aus dem Vorhergehenden erhellt zur Genüge, daß die christlichen Gelehrten Spaniens an der Erforschung der Geschichte der spanischen Juden im Mittelalter recht thätig sind und ihre Arbeiten auch von Erfolg gekrönt würden. Das Princip, das in diesen Arbeiten obwaltet, ist Unparteilichkeit und Streben nach Wahrheit, nach objectiver Wahrhaftigkeit, oder wie mir der Herausgeber schreibt: Je sui» ni cattolique ni juif, je suis historien (Ich bin in meiner wissenschaftlichen Thätigkeit von keinem religiösen Standpunkt beeinflußt, ich bin Geschichtsforscher». Trotzdem aber schreibt er mir in seinem Brief d. d. 24. December 1880: Nous, somnies orgueilleux de notre ancienne <5cole juive du inoyen kge. (Wir sind stolz auf die jüdisd)en Gelehrten des Mittelalters in Spanien). Es sind solche Äußerungen um so herzerfrenender, als leider Zwietracht und Haß im Lande der Denker gesäet wird. Spanien müßte, wenn man nicht allzublind ist, laut Zeugnis; dafür ablegen, daß eine Verfolgung der Inden nur zum Nachtheile, zum unersetzbaren Nachtheile des betreffenden Volkes sid) wenden müsse. Doch wenden wir uns weg von diesen traurigen Erscheinungen, die wie Nebeldunst vor der Sonne der Wahrheit zerfließen tverden, und freuen wir uns, daß die Geschid)te der spanisd)en Juden, die eine der ruhmreichsten der Judeil ist, uns aus den Quellen zugänglich gemacht wird. Neue Resultate werden wir in diesen Monatsheften demnächst mittheilen. — (Mendelssohn-Verein.) Herr Prof. Stern und Herr Dr. Stern von hier, überschickten am 24. März als Spende für unfern Verein 50 Mark, wofür beiden Herrn der herzlichste Dank ausgedrückt wird. Mögen Freunde und Gönner unserer Bestrebungen unfern Verein gleich anderen bei besonderen Anlässen durch Zuwendung von Geldspenden bedenken, da eine größere Wirksamkeit auch größere Mittel erfordert. Auch wären wir für Ueberweisung von Büchern, die oft unbenutzt in Häusern liegen, zur Bereicherung unserer Bibliothek sehr dankbar. Inserate beliebe man an die Buchhandlung von F. B. Auffarth in Frankfurt a. M. zu senden. Inhalt: Toleranz und Humanität. Bon L. Rost. — Maimonides, historische Erzählung. Bon Di*. M. Dessauer-Cöthen. (Fortsetzung.) —- Geschichtsbilder. Bon De. M. H. Friedländer (Fortsetzung.) — Mittheilungen. Bon Dr David und Dr. Grünwald. — Mendelssohn Verein. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Dr. Adolf Brüll; Verlag von Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F W. Breidenstein), jämmtlich m Frankfurt am Main.