Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1881)
- Date
- 1881-04-01
- Page
- Seite 94 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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94 „Hierauf lief? der König einen mnhameda irischen Weisen kominen nnd befragte ihn über seinen Glauben und seine Handlungsweise. Dieser antwortete ihin: Wir glauben an die Einheit und an die Ewigkeit Gottes, an die Erschaffung der Welt, an die Abstammung von Adam nnd an die reine Geistigkeit Gottes. Finden sich aber in unfern Schriften manche sinnliche, krasse Vorstellungen von Gott, so sind sie zu erklären und als bildliche Ausdrücke zu nehmen, welche unser»; Verständnisse zu Hülfe kommen sollen. Auch bekennen wir, das; unser Gesetzbuch göttlich ist, und das; es den Beweis dafür in sich selbst trägt, weshalb es auch durch sich selbst zu seiner Annahme verpflichtet, da kein Mensch im Stande ist, ein solches Buch, wie unser Koran ist, oder nur ein Kapitel desselben zu verfassen. Unser Prophet war das Haupt der Propheten, er schaffte die früheren Gesetze ab und forderte alle Volker ans, dem mnhainedanischen Glauben sich anzuschließen. Wer ihn; folgt, dessen Lohn ist, das; seine Seele im Paradiese in den Körper znrückkehrt und daselbst im Ueberflns; an allen Gemässen, an Speise, Trank und Liebesglück verweilet. Die Strafe des Ungläubigen hingegen ist, das; er in ein etviges Feuer verdammt wird, wo seine Schinerzen kein Ende nehmen." Kusari: „Wenn man jemand über göttliche Dinge belehren nnd ihn überzeugen will, das; Gott mit einem Menschen gesprochen habe, jener aber diesem keinen Glauben schenken will, so ist es nöthig, ihn durch unumstößliche, allgemeine anerkannte Wahrheiten zu überzeugen, und auch dann ist noch die Frage, ob er glauben wird, Gott habe init einem Menschen gesprochen. Ist auch euer in arabischer Sprache geschriebenes Gesetzbuch für euch ein Betveis, so erkennt doch derjenige, dem sie fremd ist, wie mir, dessen Beweiskraft nicht an; und wenn es mir vorgelesen würde, so fände ich keinen Unterschied zwischen ihm und einen; andern arabischen Buche, bis ich (anderswoher) überzeugt würde, das; es wirklich ein Beweis ist." Mnhamedaner: „Allerdings hat unser Prophet auch Wunder verrichtet, aber sie wurden nicht als Gründe zur Annahme seiner Lehre ausgestellt." Knsari: „Der Verstand kann aber ans keine andere Weise überzeugt werden, das; Gott einem Menschen sich nnttheile, als durch ein Wunder, welches die Natur der Dinge nmkehrt; denn dadurch gelangt er zur Ueberzengnng, das; Niemandem eine solche Macht zustehe, als dem, der die Dinge ans dem Nichts geschaffen. Auch mns; solches Wunder in Gegenwart vieler Menschen geschehen und ihnen nicht blvs durch Erzählung und Tradition überkvinmen sein. Es ist ferner nöthig, das; sie mehrere Mate die Sache genau nnd sorgfältig untersuchen, um keinen; Zweifel Raum zu lasse», als sei dies etwa nur Blendwerk oder Zauberei. Und selbst dann ist es noch fraglich, ob man zu der so wichtigen Ueberzengnng gelangen wird, das; der Schöpfer der Welt, der Engel, der Himmel, der himmlischen Lichter sich diesen; nnbedentenden, irdischen Wesen, dem Menschen nnttheile, mit ihm spreche, seine Bitten erfülle und seine Bedürfnisse befriedige." Mnhamedaner: „Und ist denn nicht unser Gesetzbuch voll von den Thaten Moses' nnd der Israeliten? Kann wohl jemand leugnen, was Gott an Pharao gethan, daß er das Meer gespalten, seine Auserwählten gerettet und diejenigen, denen er gezürnt, in's Meer versenkt hat; das; er den Israeliten Manna nnd Wachtel» herabgesandt, sie vierzig Jahre in der Wüste gespeist, das; er an; Berge Sinai sich gevffenbart, de»; Josna die Sonne hat still stehen lassen, ihn; gegen die Riesen, die Nachkommen Anak's beigestanden, so wie Alles, was er schon früher vollbracht, wie die Sündfluth, die Zerstörung von Sodom und