Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1881)
- Date
- 1881-04-01
- Page
- Seite 90 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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90 göttlichen Wesens. Deutlicher geht ihm dies aus der Stelle 2 M. 33. 13 und 19, der Bitte Mvsis »m OlotteSerkenntniß, Gottes Herrlichkeit zu schaue» hervor. Er erklärt dieselbe: MoseS hat die Bitte an Gott gestellt, ihm das Angesicht, d. h. das Wese» Gottes selbst, die reinste Idee des Seienden schauen zu lassen, da ihm die Welt immer nur das Sein Gottes, aber nie die Art dieses Seins gezeigt habe. . Die Antwort darauf war, er begehre etivas Unmögliches, da er dies durch die Schranken der menschlichen Fassungskraft nicht erlangen könne. 2. Die Bezeichnung Gottes als „das Sein", oder „der Seiende". Dieselbe sucht Philo, wie bereits oben erwähnt in dem biblischen Gottesnamen „Jhvh" nachznweisen. Auf einer anderen Stelle sagt er darüber: „Das ist sein Name, das reine Sein oder der Seiende selbst, wie' er in den vier heiligen Buchstaben „Jhvh" ausgedrückt ist, unbegreiflich, unaussprechlich fitv Alle, deren Ohren und Zungen nicht gereinigt sind, ein Name, der auch den Weisesten, die ihn im Hciligthunie anssprachcn, das Geheimnis; seines Wesens noch nicht enthält." Ferner: „Vier Buchstaben hat der Gvttesname „Jhvh", denn in ihm ist Alles enthalten: Punkt, Linie, Fläche, Körper, die Maße aller Dinge und die Harmonie der Töne. Hieran reihen wir seine Nachweise: 3. über die Lehre von der Außer- und Ueberweltlichk eit Gott e s. (gortsctzmm kotig.) W a i m o n i d e s Mm'ijtch«' Erzähl»»g von 1) r. M. Dessauer in Cöthen. Erstes 'Kapitel. Moses, Sohn Mai in uns*) mochte etwa 30 Jahre alt sein, als ein hochangesehener muhamcdanischerTheologe Jbn-Mv ischa unangemeldet in dessen Stndirziinmer in Fez eintrat. Lauernd spähte dieser im Zimmer umher, als ob er etivas suchte, etwas entdecken wollte. „Ich bin überrascht," rief Maimnni, „den allverehrten Jbn-Moischa in meiner bescheidenen Stube zu sehen." „Die Stube ist bescheiden," erwiederte er, „doch du wirst dich gleich überzeugen, daß ich nicht nach dem Aeußern den Menschen beurtheile, sondern nach seinem eigenen, innern Werthe." „Du machst mich neugierig; ans deinen ernsten Mienen zu schließen, hast du mir etivas Wichtiges mitzutheilen. Ich erkenne dich kaum wieder. Als wir vor einigen Tagen in unserem philosophischen und medizinischen Zirkel zusammentrafen, warst du heiter, gesprächig und offen, jetzt blickst du kalt und nachdenklich, hast ein auffallend gemessenes Benehmen." „Man kann nicht immer heiter sein, lieber Freund, das Leben gleicht nur :5:) Maimonides oder Maiinnni, geboren den HO. Mär.', 11H5 in Cordova; Rabbi MoseS Ben Mnimon gewöhnlich abgekürzt: RaMBaM.