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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-04-01 · Heft 4 (1.4.1881) · p. Seite 84

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 4 (1.4.1881)
Date
1881-04-01
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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biflevumfe hatte sich scheinbar darin nichts geändert. Welches Band hielt, nachdem die Religion dem hcramvachsendeu Geschlechte immer mehr abhanden gekommen war, die ihr Entfremdeten noch zusammen'? Der gemeinsame Gottessinn war es nicht mehr, es schien nnr noch die Gemeinsamkeit von Bestrebungen zu sein, tvelche mehr ans irdische als ans geistige Verhältnisse sich beziehen und >o will man denn darin einen Widerspruch erblicken, dag Israel mit den anderen Landesbewohnern ein Volk sein und dennoch einen ans gemeinsamen Stammeseigenschaften beruhenden Bund für sich bilden soll.' Es gewinnt den Anschein, als ob wir Israeliten nicht etwa als eine besondere Glaubensgemeinde dastehen, die nur durch ihre Religionsanschauungen sich erhalten null, sondern vielmehr als eine Art von Volksgenossenschaft, die von ihrer keineswegs mit Glanbenssachen zusammenhängenden Eigenart und Sonderart nicht lassen mag. Israel ist aber gar nicht dazu berufen, ein besonderes Volksthum in sich zu pflegen und auszubilden, es hat in der Geschichte die Sendung übernommen, die Lehre der etvigen Wahrheit, den Glauben an den einen Gott zu erhalten, zu bekennen, zu bethütigen und dadurch ein Segen aller Menschheit zu werden. Die Stanimesart trennt uns von den Völkern, die Religion verbindet uns mit ihnen. Die Religion, ihre Lehren und Weisungen sind es einzig allein, auf welchen der israelitische Glaubensbnnd in allen Zeiten bestehen soll. Es hat zwar Israel im Beginn seiner Geschichte den Versuch gemacht, ein Volk zu bilden ohne den Glauben an Gott, ohne die Verehrung des Etvigen, aber es tvar das eben das Israel des goldenen Kalbes, nicht das Volk des einen Gottes. Ein Israel ohne Gott, ohne Religion, ohne Wahrheit, ohne Jndenthnm, ohne höheres Geistesleben, ist zwar immer noch ein Volk, aber ein solches, das von Gott nicht geliebt, das von der Menschheit nicht geachtet werden kann. Das Aenßerliche, Nationale, das sich in die Form gewisser als religiös geltender Bräuche und Sitten eingekleidet hat, aber doch nur in irdischen Verhältnissen wurzelt, das mag fallen und erlöschen, aber um so herrlicher soll das innere Geistesleben Israels erblühen, um so glanzvoller das Licht seiner Religion erstralen und gefestigt in sich selbst wird es dann die verdiente Achtung und Anerkennung finden. In die Forderung, das; wir unnütze Schranken niederreißen, aber die völkerverbindenden Gedanken unserer Lehre mehr heranstreten und den Geist des Göttlichen mehr wirken lassen, müssen nur als Inden und als Menschen selbst einstimmen. Wenn nur diese Mahnilug verstehen und beherzigen, dann mögen wir sie auch erfüllen und verwirklichen und an Stelle des Hasses wird die Liebe treten, das Heil und die Wahrheit. Pie Wetigionspßilosopßie der Juden bis zum Abschluß des Hakinud. Von Oe. I. Hamburger, Landesrabbiner in Strelitz (Mecklenburg). Die Religionsphilosophie, die auf Forschung nach Grund, Zweck, Ziel beruhende Erkenntnis; der Religion in ihren Lehren und Gesetzen war bei den Inden früh heimisch. In dem biblischen Schriftthume sind viel Mahnrufe: „Dir ist es

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