Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1881)
- Date
- 1881-03-01
- Page
- Seite 79 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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79 Und dieses rühmliche Streben muß, wie es allgemeine Anerkennung gefunden hat, sicher bei jedem Unbefangenen, sein Ziel erreichen. Dem: nachdem der Verfasser manchem Feinde des Judenthums, der in das Halloh der Judenhetze, die gerade damals, als die zweite Auflage des Buches erschien, ihre Schatten zu werfen begann, fröhlich einstimmte, wenn auch oft in schroffer, so doch wohlverdienter Weise heimgeleuchtet und dessen Unwissenheit auf diesem Gebiete dargethan, weist er das mit dem Christenthume ganz gleiche reine Sittengesetz, die Pflicht der allgemeinsten, umfassendsten Gerechtigkeit und Liebe im Judenthum anderen Bekenntnissen gegenüber, durch die ganze Heilige Schrift, die Apokryphen, das spätere jüdische Schriftthum, dessen Kenntnis; dem Verfasser in seltener Weise zu Gebot steht, in so überzeugender Weise nach allen Richtungen des menschlichen Lebens klar und objectiv nach, daß kein Vorurtheilsfreier das Buch unbefriedigt aus der Hand legen wird. Weiter muß an dem Buche auch nach der praktischen Seite hervorgehoben werden, daß der Verfasser, wie von ihm nicht anders zu erwarten war, in religiöser Hinsicht den freien Standpunkt vertritt. So scheut er sich nicht, den Fortschritt hervorzuheben, der in vieler Hinsicht bei den Propheten gegen die mosaischen Bücher sich zeigt, der Reform des Jndenthunis in Form und Cultns das Wort zu reden, so zwar daß die gegenwärtige Heuchelorthodoxie, die Alles fälscht, vor der Lectüre dieses Buches warnen zu müssen glaubte. Auch die Sprache und die ganze Form ist in dem Buche, wie auch das schon vielfach hervorgehoben wurde, höchst lebendig und anziehend. Nach allem dem dürfen wir das Buch in unserer Zeit allen Gebildeten, Juden wie Christen, auf's dringendste empfehlen. Es giebt eine Stinime, die endlich doch gehört werden muß', eine Stimme die endlich zum Siege gelangen muß — es ist die Stimme der Wahrheit!! — Mögen aufgeklärte Juden und Christen dieses Buch vielfach kaufen, aber auch lesen und sich gegenseitig als belehrende Lectüre reichen. Sie leisten damit nicht blos dem Judenthum sondern der Bildung, der Humanität, der Pflege allgemeiner Menschenliebe einen Dienst. Ludwigshafen, Januar 1881. Dr. med. David. Bibliographie der Nominal-, Verbal- und Neal-Indices zum babyl. und jerusal. Talmud, zur Midrasch- und Sohar-Literatur und der alphabetisch geordneten Hagadasammlungen nebst Zusätzen zu den früheren Bibliographien und handschriftlichen Mittheilungen von Dr. Jellinek, Wien 1881, Löwy's Buchhandlung (36 S.). Es ist dies unter den in jüngster Zeit erschienenen bibliographischen Arbeiten des ausgezeichneten Kenners der jüdischen Literatur das achte Heft, in welchem der geschätzte Verfasser uns die Judices zum Talmud, Midrasch und Sohar vorführt. Eine solche bibliographische Studie hat neben ihrem literaturgeschichtlichen Werth auch noch eine eminent praktische Bedeutung, indem sie als 'Einleitungsstudie zum Talmud uns zugleich die Quellen an die Hand giebt, durch die wir in den inneren Gehalt der riesigen talmudisch-midräschischen Literatur leichter und systematischer vorzudringen vermögen. Was Herr Dr. Jellinek auf Seite 12 in den Anmerkungen gegen die pseudoorthodoxe, jüdisch-theologische Korach-Rotte in Deutschland schreibt, hat seine volle Richtigkeit, nur sind sie mit Allem eher „gefüllt," wie die hebräische Ausdrucksweise lautet, als mit Schulchan-Aruch, der ihnen fremd ist. Daß sie mit abgelebten Bräuchen wie Ignoranten groß thun, die Menge blenden und damit ihre innere Hohlheit und Leerheit zu decken