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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-03-01 · Heft 3 (1.3.1881) · p. Seite 71

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 3 (1.3.1881)
Date
1881-03-01
Page
Seite 71 (sequence 15)
Language
German
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71 kostet, wenn Christen gar so sehr vergessen konnten, daß unser Herr ja selbst ein Jude war." Wollet Ihr aufrichtig von den Lehren früherer Geistesheroen euch durchdringen lassen, so befolget den Rath eines redlichen Deutschen, der gesagt hat: „Auf Lessing zurückgehen, heißt fortschreiten!" WiltSeitunge n. Die journalistische Thätigkeit der spanisch-portugiesische» Inden i» der Gegenwart von vr. Grünwald-Breslau. Die Stellung der Juden in Spanien, die Verdienste derselben bis zum Augenblicke ihrer endgiltigen Vertreibung aus Spanien (1492) sind allzubekannt, als daß wir des näheren darauf eingehen müßten. Den Einfluß der spanischen Inden auf die Ausbildung der spanischen Sprache und Literatur hat zuerst der Spanier Don Jose Amador de los Rios gezeigt und zwar in dem Werke: Estudios historicoa, politieos literarios »obre los Judios de Espaiui. Madrid 1848 in 4". (Historische politische und literarische Studien über die Juden in Spanien. Madrid 1848 in 4'*). RabbinE Dr. M. Kayserling in Budapest hat sich kein kleines Verdienst dadurch erworben, daß er de los Rios' Werk nicht blos gewissenhaft benutzt, sondern auch mannigfache Jrrthümer nachgewiesen und beseitigt hat.. Das Resultat seiner Forschungen hat Kayserling in feinem Buche: „Sephardim, romanische Poesien der Juden in Spanien, ein Beitrag zur Literatur und Geschichte der spanischen Juden. Leipzig. Hermann Mendelssohn 1859" niedergelegt. Ueberdieß hat Kayserling ein Buch über die Juden in Portugal veröffentlicht. Doch erstreckt sich das angeführte ausschließlich auf die Vergangenheit. Wenn es auch wahr ist, daß die literarischen Leistungen der spanischportugiesischen Juden durchaus nicht die Wage halten können denen der spanischen Inden im Mittelalter, so sind es dennoch solche Erzeugnisse, die unsere Aufmerksamkeit im höchsten Grade zu erregen vermögen. Es ist unbestritten und fast einzig in der Geschichte dastehend, daß eine Station, nachdem sie fast 400 Jahre das Heimatland verlassen, und in die weite Ferne ausgewandert ist, die heimatliche Sprache rein und lauter vor jeder Vermischung mit fremden Elementen bewahrt hat. Und die Literatur ist durchaus nicht auf das religiöse Gebiet beschränkt, wie man dieß anzunchmen geneigt sein könnte. Es erscheinen Zeitschriften politischen, belletristischen, humoristischen Inhaltes in großer Anzahl, ganz abgesehen von denen religiösen Inhaltes, die sich mit der Neugestaltung des Judeuthuins, mit der Behaudlungsweise des Talmudstudiums und ähnlichen Fragen ganz ernst befassen. Die alles nivellirende Richtung unserer Zeit aber, glaube ich, wird auch hier ihre Kraft nicht verlieren d. h. sie wird nach und nach diese ganze Literatur *) Siehe ferner: George Ticknor’s history of spauish iiterature. Boston, Ticknor and Fields 1864, I; 78 n, 362, 406 409, II. 77, III. 277, 279, 280. »

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