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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-02-01 · Heft 2 (1.2.1881) · p. Seite 55

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 2 (1.2.1881)
Date
1881-02-01
Page
Seite 55 (sequence 23)
Language
German
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55 Wir finden uns veranlaßt, diese Predigt hier zu erwähnen, weil Redner im zweiten Theile derselben die Judenfrage berührt und eine solche Friedensstimme in weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient. Es heißt daselbst Seite 11: „Wenn sie alle von Jesu lernten, die nach seinem Namen sich nennen — wie wäre es möglich geworden, daß die Judenfrage solche Verhandlungen erregt hätte, wie wir sie täglich vor Augen haben?"-„Es mögen viele von den Beschwerden berechtigt sein, welche gegen die Juden — doch so dürfen wir schon nicht sagen! gegen etliche — meinetwegen gegen viele Juden laut werden — wenn ich aber lese, wie für die Ausschreitungen der Einzelnen die Gesammtheit verantwortlich gemacht wird, wenn ich höre, mit welcher Leidenschaftlichkeit, mit welcher Lieblosigkeit gerade diejenigen diese Beschwerden Vorbringen, welche für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, die vor allen Anderen gläubigen Jünger des Herrn und Meisters zu sein — da tritt mir immer der Herr vor die Augen, wie er mit jenem Schriftgelehrten verhandelt und da höre ich sein Wort als eine furchtbare Anklage gegen seine Jüngerschaft und ich fühle mich tief beschämt, daß Christen die Art ihres Meisters so oft und so arg verleugnen können! Um so mehr sollten wir Jenen, die nicht von Jugend auf in christlicher Gemeinschaft gestanden haben — unser Verdienst ist es doch wahrhaftig nicht, daß wir Christen sind! — freundlich entgegenkommen und Geduld mit ihnen haben, da wir Christen lange und viel an ihnen gesiindigt haben! Ihre Absonderlichkeit ist zum guten Theile unser Werk — die Verschuldung von Christen! die so hießen und es so wenig waren! Dazu meine Freunde, sind denn unter denen welche Christen heißen, Alle wirklich Christen? sind sie eingegangen in das Reich Gottes?" Von dieser auf Wunsch veröffentlichen Rede ist der Ertrag für den Pestalozzi-Verein bestimmt, zur Erziehung verwahrloster- und sittlich gefährdeter Kinder ohne Unterschied der Confession. Geschichtsbilder aus der nachtalnmdischeu Zeit (500 — 1500). Nach den Quellen bearbeitet von vr. M. H. Friedlaender (Brünn Verlag von B. Epstein 150 S.) Den Geschichtsbildern aus der Zeit der Tanaiten und Amoräer von demselben Verfasser, die sich in der jüdischen Publicistik allgemeiner Anerkennung zu erfreuen hatten, reiht sich obbenanntes Buch, das auch den hebräischen Titel „Chaehme Hadoroth“ führt, als Fortsetzung an. Der Vorzug dieser Schrift ist, daß sie populär gehalten und Jedermann verständlich ist. Der Herr Verfasser, durch andere literarische Arbeiten vortheilhaft bekannt, hat nicht nur seine Vorgänger benutzt, sondern ist auch selbständig auf die einschlägigen Quellen eingegangen. Wir können dieses Buch als ein interessantes und lehrreiches den Familien nur empfehlen. Es wird dadurch vielen, die das Judenthum nur von Hörensagen kennen, sein tiefer edler Gedankengehalt erschlossen und könnten niailche Judenfeinde, die von einer jüdischen Wissenschaft, etwa wie Herr Dühring, keine Ahnung, haben, manche Belehrung daraus schöpfen. Wir freuen uns, unseren Lesern mittheilen zu können, daß von nächster Nummer ab von dem gesch. Verfasser historische Arbeiten in diesen Monatsblättern erscheinen werden.

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