Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1881)
- Date
- 1881-02-01
- Page
- Seite 56 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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56 Uerfonatien und Mitteilungen. — (Personalien.) Am 5. November v. I. feierte Herr Dr. Leopold Stein in Frankfurt a. M. seinen siebenzigsten Geburtstag, zugleich auch den fünfzigsten Jahrestag seiner theologischen Wirksamkeit. Am 10. November beging Herr Landrabbiner Dr. L. Adler in Cassel seinen siebenzigsten Geburtstag, am 25. November Herr 1 >>-. Jakob Auerbach in Frankfurt a. M. Am 3. December Herr Landrabbiner Prof. Herzfeld in Braunschweig und am 6. Januar d. I. Herr l)r. Hochstädter Bezirksrabbiner in Bad-Ems. — (Mendelssohn-Verein.) Am 10. November v. I. eröffnete Herr Rabb. Dr. N. Brüll die Reihe der Vorlesungen durch einen Vortrag über talmudische Tractate moral-philosophischen Inhalts, dem sich noch mehrere im Laufe dieses Winters, über dasselbe Thema anschließen werden. Herr Landrabbiner Dr. Julius Landsberger sprach am 15. December über Aesop und die äsopische Fabel. — (Mittheilung.) Am 27. December hielt in Wien Herr Baron von Ga gern einen Vortrag gegen die antisemitische Bewegung und ain 30. December im Frankfurter Wahlverein der Abgeordnete Herr Oberlandesgerichtsrath Petri. Briefkasten der Redaction. Den Herren Einsendern von Arbeiten besten Dank. Bitte um Geduld, wenn die Arbeiten nicht gleich zum Abdruck kommen. Was nicht zurückgeschült wird, erscheint. An die geehrten Vorstände der isr. Gemeinde besten Dank für ihre Mittheiluugen. Herr l)r. K. in F. Habe davo.l Notiz genommen. Herrn Dr. M. in M. Ein Exemplar erhalten Sie in Tausch. Wenn es meine Zeit erlaubt, will ich Ihnen gerne dienen. ' Herrn Dr. K. in N. Ihre Gedichte, so schön sie auch sind eignen sich nicht für unser Blatt. Die Brochüre werde ich noch benutzen können Herrn St. in Berlin. Aus Opportunität auf religiösem Gebiete die weitgehendsten Concessionen machen, sich für Religion Freiheit und Freundschaft kaufen, wäre ein Zug von Choracterlosigkeit. Durch Selbstverachtung und sklavische Nachäffung fremder religiöser Sitten wird Achtung von anderer Seite weder verdient noch erworben. Die starre und ins Maßlose ausgedehnte Gesetzlichkeit, die in den früheren Zeitaltern ehrlich gemeint war und die religiösen Gesinnungen festigte, ist bei dem gegenwärtigen Stande der Bildung und Wissenschaft zumeist erheuchelt und nicht selten nur ein Deckmantel der Gottlosigkeit, dcr Selbstsucht und der Ignoranz. Sie erscheint heutzutage als frivoler Religionsmaterialismus, derben Geist und den positlv-moralischen Gehalt der Religion erstickt uub zerstört. Auch ohne die sogenannte Judenfrage war und ist eine auf den Grundlagen der jüdischen Wissenschaft beruhende Neugestaltung des israelitischen Religionslebens ein Gebot der Wahrheit, der Notwendigkeit, das von ücht religiöser Gesinnung dictirt wird. Opportunisten, die in allen Farben schillern, Heuchler mit Doppelgesichtern und Ignoranten, deren ganze Weisheit sich in Fälscherkünsten erschöpft, werden weder rlach Innen noch nach Außen dem Judentum Hilfe und Ehre verschaffen können. Seien Sie wahrhaft religiös, bescheiden, ehrlich und human, wie es der rechte jüdische Gottessinn mit sich bringt, und Sie werden sicherlich als ein Ehrenmann die verdiente Achtung und Liebe auch in christlichen Kreisen finden. Inhalt: Eine Juden- und Ehristensrage. — Die Toleranz und das Judenthum. — Die Beförderung des Handwerks unter den Juden. Bon Dr. Rothschild - Alzei. - Bücherschau Personalien und Mittheilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Dr. Adolf Brüll; Verlag von Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. B reidenstein), sämmtlich in Frankfurt am Main.