Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1881)
- Date
- 1881-02-01
- Page
- Seite 50 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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50 In Strömen floß der Regen, der Wind heulte laut. Mitleidig hat da Abraham einen Greis geschaut, Der, gegen Sturm und Regen ankämpfend, fast erlag. Er ging ihm rasch entgegen und bot ihm guten Tag. „Tritt ein in meine Hütte! Ruh aus, mein lieber Gast! Und labe dich an Speisen, an Trank und süßer Rast!" — Er wäscht dem Greis die Füße, kredenzt ihm süßen Wein, Setzt vor die besten Speisen und lädt ihn freundlich ein. Und als das Mahl zu Ende sprach Abraham:,, Nun dank dem Gotte, der gelabt dich mit Speis' und süßem Trank!" — Der Greis sprach: Ich beuge vor Thon und Silber nie, Vor Bildern, die geschaffen des Menschen Hand, mein Knie. Und Abrahm lauschte entzückt des Greises Wort. Er sprach: „Es hat erfreuet mich dein weises Wort! Du hast erkannt, daß alle die Götter Tand und Spott. Preis' meiner. Väter Gott nun, den einz'gen, ew'gen Gott!" — Der Gott deiner Väter — der Greis entgegen spricht — Was soll er? Nie gesehen Hab ich, kenn ihn nicht Ich Hab hier in der Wüste gelebt achtzig Jahr! Es haben mein erbarmet sich Menschen immerdar. Sie haben mich gepfleget, gelabet und erquickt; Doch nimmer Hab als Helfer ich einen Gott erblickt. Dich preis' ich, Herr, der Gutes du mir erwiesen hast. Nicht Gott, du hast gegönnet mir Speis' und Trank und Rast. So sprach der Greis. Als Abraham gehöret dieses Wort, Jagt er. von Zorn ergriffen, den Greis schleunig fort. „Von dannen, Gottloser! denn Fluch bringt es mir, Wenn ich dich, Gottesleugner, länger beherberg' hier." — Des Nachts erschien dem Abraham der Herr im Traumgesicht. Er sprach: den Greis ja seh ich in deinem Hause nicht." — Und Abraham: „Verleugnet hat dich, o Herr, sein Wort. Da trieb ich schnell den Lästrer aus meinem Hause fort." Und Gott sprach dagegen: Hab ich doch achtzig Jahr' Ihn, der an mich nicht glaubte, beschützet immerdar; Hab meine Sonne scheinen und lächeln lassen ihm, Hab meine Winde Kühlung zusücheln lassen ihm. Hab ihm auf seinen Wegen Engel zugeschickt, Die wenn er schier erlegen, gelabt ihn und erquickt. Ich Hab ihn achtzig Jahre ertragen. Unbedacht Hast du nicht wollen ertragen ihn eine einz'ge Nacht! — Die Weförderung des Kandwerks unter den Inden. Von Dr. Rothschild-Alzei. Die Beförderung des Handwerks unter den Juden ist nicht neu. Bereits in den frühesten Deeennien unseres Jahrhunderts ging die Strömung dahin, die Juden dem Schacher und Handel, worauf sie in den Zeiten mittelalterlicher Ausschließung allein angewiesen waren, zu entziehen. Es waren dies Bestrebungen,