Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1881)
- Date
- 1881-02-01
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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37 Nischen Exulanten mit einem Satze auf Disraeli und Gambetta überspringt, die dem Judenthum doch völlig fremd sind und daher auch ihr politisches und literarisches Wirken auf eigne Rechnung zu verantworten haben. Während unter der Messiaszeit, von der >vir, den jetzigen Zuständen nach zu schließen, noch weit entfernt sind, die Zeit verstanden wird, in der die wahre Erkenntniß und Verehrung Gottes ans Erden so verbreitet sein wird, daß alle Völker einmüthig den Allvater verherrlichen, sich unter einander brüderlich lieben, und durch diese Eigenschaft beglückt sein werden, erblickt Dühring eine neue jüdisch-theologische Grundlehre aufstellend, in der jüdischen Messiasidee, nichts niehr als eine Verheißung, der gemäß Israel äußerlich, materiell, die Herrschaft über alle Völker besitzen werde. Wenn Dühriug schreibt, die Juden feiern Feste, in denen sie ihre alten Mordseenen, die sie im Schooße anderer Völker verübt haben, verherrlichen, so zeigt dieses, wie wenig Bcrständniß er für geschichtliche Vorgänge hat, die für die Entwicklung der Gesamiiitcilltur der Menschheit von Bedeutung waren, oder schreibt er nur so ans besonderer Sympathie für Haman, den er die Verkörperung des Rechtes anderer Völker gegenüber der Judenanmaßung und der Bolksausbeutung durch die Juden nennt? oder aus besonderer Liebe für Antiochus Epiphanes, der gleich Haman vergebens den Kampf gegen Recht und Wahrheit geführt hat, trotzdem er auf äußere Macht sich stützte, welcher gewöhnlich vorübergehende Erfolg zu Theil zu werden pflegt? Diihring will allen Ernstes behaupten, daß der Talmud die Evangelien copirt habe, während jedem, der in diesen Studien sich nur an der Oberfläche befindet, es hinlänglich bekannt ist, daß durch die Evangelien talmudischer Geist weht, der längst vor der Entstehung, des Christenthums in den jüdischen Gelehrtenschulen heimisch war. Dühring macht sich auch an den Stammvater Abraham, obzwar es ihm geziemt hätte, hier nur von mythologischen Niederschlägen zu sprechen, die sich historisch als Faeta nicht gut verwerten lassen. Er wirft dem Abraham vor, er hätte, als er sich für die Bewohner von Sodom ins Mittel gelegt, mit Gott gehandelt. Wenn das in einem der verrufenen Witzblätter stehen wlirde — für welche eine Lanze zu brechen übrigens auch wir keine Ursache haben — welche Entrüstung würde sich da nicht mancher Kreise bemächtigen! Dühring hätte />us dieser Erzählung gerade für sich eine sehr wichtige Lehre ziehen können, nämlich die, daß man selbst gegen die Sünder nachsichtsvoll und mitleidig sein, und nicht gleich mit Drohung des Unterganges und der Vernichtung dareinschlagen soll. Auch hätte er bei dieser Gelegenheit dein Abraham manche schöne Charakterziige ablauschen sollen, wie etwa Uneigennützigkeit, Menschenliebe, Toleranz gegen Jedermann, weß Namens, Stammes und Glaubens er auch sein möge. Wir können nicht umhin, Herrn Dühring auf eine im Jahre 1804 erschienene sehr seltene Schrift*), an der später unter anderem Titel**) ein *) Unumstößlicher Beweis, daß ohne die schleunige Niedermetzlung aller Juden und der Verkauf aller Jüdinnen auf Sklaverei, die Welt, die Menschheit, das Christenthum und alle Staaten nothwendig untergehen müssen, von Dominikus, Haman, Epiphanes dem Judenfeinde. Ein Sendschreiben an Herrn Justiz- Comissarins Grattenauer. Grätz (Geschichte der Juden Band XI. S. 615) schreibt: Tie Einsicht in diese seltene Schrift verdanke ich der Gefälligkeit des Oberbibliothekars der Universitäts-Bibliothek zu Königsberg **) Schreckliche Gefahren des Judenthums sür das Heil deutscher Nation nebst Mitteln daßelbe unschädlich zu machen. Allen Philistern, Juden, Emaucipationshassern und sonstigen Judenfeinden gewidmet. Grimma in Comissiou des Verlags-Comptoirs.