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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-01-01 · Heft 1 (1.1.1881) · p. Seite 31

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 1 (1.1.1881)
Date
1881-01-01
Page
Seite 31 (sequence 31)
Language
German
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Bl zugedacht, und sei nur aus Rücksichten, über die auch ein Sultan sich nicht hinwegsetzen konnte, von diesem Vorhaben zurückgetreten. Verdient hatte Joseph einen solchen Dank für die höchst werthvolle Erwerbung, die der venetianischen Macht im Mittelmeere einen höchst empfindlichen Schlag versetzte und die den Sultan für die große Niederlage, die seine Flotte bei Lepanto (7, October 1572) erlitt, tröstete, „indem ihm die Feinde hierbei nur einige Haare aus dem Barte gerissen, die wieder wachsen würden, während er ihnen einen Arm ausgerissen, den ihnen Nichts ersetzen könnte." Don Josef Nasi schützte aber auch durch sein Ansehen alle Juden im türkischen Reich, nahm innigen Antheil am religiösen Leben der Gemeinden und förderte wissenschaftliche Studien unter den Juden; ein gegen das Christenthum gerichtetes Schriftchen „Ben Po rat Josef," das in Constantinopel 1517 erschien, trügt Don Josefs Namen; es sott aus Unterhaltungen entstanden sein, die er auf seinem Schlosse Belvedere mit gelehrten Männern gehalten. Er hatte das Glück, was wenigen jüdischen Staatsmännern, und am türkischen Hofe den wenigsten Günstlingen gelang, seine glänzende und machtvolle Stellung trotz der Mißgunst des Vesir Sokolli') und des Neides so vieler Anderer bis an seinen Tod, der am 2. August 1579 erfolgte, zu behaupten. Seine Wittwe, Donna Regna, setzte die edle Thätigkeit Don Josefs in Förderung und Unterstützung der jüdischen Wissenschaft fort. In der ihr zugehörigen Druckerei, die sich 1593 in Belvedere und in Kuru-Tscheschme (beides sind Vorstädte Constantinopels) befand, ist eine Reihe hebräischer Werke erschienen. Zwei Wriefe Börnes an Dr. UinHas^) in Gaffel. i. Frankfurt, den. 14. Mai 1818. Hochgeschätzter Herr Doctor! Der Unterzeichnete Name ist Ihnen wohl nicht bekannt, ob zwar der, welcher ihn führt, es ist — nehmlich Dr. Baruch, der sich seit einiger Zeit entjudet hat. Ich habe dessen Hochachtung für Sie geerbt, sowie dessen Vertrauen auf Ihre Gefälligkeit. Darum bitte ich Sie, zur Verbreitung der beiliegenden Ankündigungen zu einem Journal, das ich herauszugeben gesonnen bin, in Cassel etwas beitragen zu wollen. Wenn Sie dieser 'Güte noch eine *) Bei dem es übrigens nur persönliche Eifersucht, nicht religiöses Borurtheil gewesen, da er selbst einen Juden, den Arzt Salomo Aschknasi, zu seinem'Liebling hatte. Es ist das derselbe Salomo, der den Frieden zwischen Venedig und der Pforte zu Stande brachte, und bei dieser Gelegenheit die Zurücknahme eines Decrets des venetianischen Staates zuwege brachte, das die Juden aus Venedig vertreiben sollte. Nicht mindere Dienste leistete derselbe Salomo bei den Friedenverhandlungen der Pforte mit Spanien. 2) Dr. Jacob Pinhas, Herausgeber der allgemeinen Casstler Zeitung, war einer der verdientesten Vorkämpfer für die Emancipation der Juden in Kurhessen. Vergleiche dessen „Beiträge zur Sache der bürgerlichen Verhältnisse der Israeliten in Kurhessen", Kassel 1832. Wir werden auf diesen geist- und verdienstvollen Mann noch später zurückkommen.

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