Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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32 andere hinzufügen wollen, mir über mein Unternehmen ein belehrendes Wort zu schreiben, so würde ich Ihnen äußerst dankbar dafür sehn. Ich bin mit Hochachtung Ihr ergebenster Dr. Börne. II. Lieber Herr Doctor! Herr Aloys Schmidt von hier, Virtuos auf dem Klavier, der Ihnen diesen Brief überbringt, ist einer meiner besten Freunde, und ich schmeichle mir, daß ihn dieses in Ihren Augen wenigstens ans so lange empfehlen wird, bis Sie durch die nähere Bekanntschaft dieses ausgezeichneten Künstlers und vortrefflichen Menschen ihn selbst lieb gewinnen, und Ihrer Theilnahme würdig finden werden. Auf seiner Kunstreise durch Deutschland führt ihn auch sein Weg nach Cassel; und dieses wird der erste Ort sehn, wo er Konzert geben wird. Ich bitte Sie aufs innigste, meinem Freunde zu seinem Zwecke so behülflich zu sehn, als es in Ihren Kräften steht. Vorzüglich erwarte ich von Ihrer Güte, daß Sie, sobald Sie sich von der Kunstvollkommenheit des Herrn Schmidt überzeugt haben werden, ihm eine rühmliche Erwähnung seines Talents in Ihrem Blatte gönnen wollen. Ihre geistreiche Art, Leistungen der Schauspiel- und Tonkunst zu beurtheilen, wovon in der Casseler Zeitung so viele Proben enthalten sind, werden dem Herrn Schmidt einen guten und gewiß verdienten Ruf erwerben, und ihm die Bahn zu seiner weiteren Kunstreise ebnen und verschönern. Ich ersuche Sie, sobald Herr Schmidt sich erklärt haben wird, in Cassel sich hören zu lassen, dem Publikum in einer vorläufigen Anzeige in Ihrer Zeitung, wenigstens so viel Gutes von meinem Freunde zu sagen, als Sie, bis seine Verdienste Ihnen selbst bekannt geworden sind, in mein Urtheil Vertrauen setzen können. Der Casseler Correspondent in der Abendzeitung ist Ihnen wohl befreundet, und in diesem Falle konnten Sie es wohl bewirken, daß Herr Schmidt auch von diesem in den Blättern, woran er arbeitet, gewürdigt werde. Ich kenne Ihre Freundlichkeit, werthester Herr Doktor, und ich zweifle nicht, daß Sie mich, wegen meiner mit so viel Kühnheit ausgedrückten Bitten, nicht beschämen werden. Der Dienst, den ich Ihnen erzeigen könnte, müßte sehr groß sehn, wenn ich Ihnen denjenigen, um den ich Sie anspreche, vergelten wollte. Lesen Sie auch meine Zeitung? Wenn Sie eine Neuigkeit, die Sie in Cassel nicht gebrauchen können, mir für meine Zeitung wollten zukommeu lassen, dann würden Sie mich sehr verbinden. Ich bin mit ausgezeichneter Hochachtung und Freundschaft Frankfurt, den 13/Februar 1819. ' Der Ihrige Dr. Börne. Inhalt: An die geehrten Leser. — Die antisemitische Bewegung in Deutschland. Bon vr. Albert Linel. — Josephus und seine Vertheidigung des Judenthums gegen Apion. — Zur Geschichte der Juden in Frankfurt ani Alain. I. Die Türkensteuer. Bon G. Wolf. — Bilder ans der Vergangenheit. — Zwei Briefe Börnes an 1>r. Pinhas in Cassel. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Di-. A dolf Brüll; Verlag von Franz Benjamin Anffarth; Druck von H, L. Brönner's Druckerei sF. W. Breidensteinl, sämmtlich in Frankfurt am Mai».