Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
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23 3. Wie viel ein jeder zur Türkenstener gegeben? Antwort: Sie wissen es nicht, der Rat müsse es wissen. 4. Wie viel die Inden znin Extrabeitrag, der vor etwa vier Jahren eingehoben worden, leisteten. Antwort: wie ad 3. 5. Ob sie General- oder Speeialqnittungen erhalten haben. Antwort: Sie können sich nicht daran erinnern. 6. Wie viele hansgcsessene Familien in der Judengasse wohnen. Antwort: Sie wissen es nicht. 7. Wie viele Kopfe in der Jndengasse sind. Antwort: wie zu 6. 8. Ob sie in der Judengasse Frevel oder Berbrechen bestrafen. Antivort: Es geschieht nur das, was die Stätigkeit (die Privilegien) erlaubt. 9. Wie hoch sie strafen und ob auch mit Hunderten. 10. Welches Amt zu diesen Strafen vernrthcilt und 1l. wer ihnen erlaubt, also zu strafen? Auf die letzten drei Fragen erfolgte die gleiche Antwort: „Die Stätigkeit". Wie man sieht, waren die Inden bemüht, durch ihre Antworten weder sich noch den Rat zu Frankfurt zu coniprvinittiren. (Fortsetzung folgt.) Wilder aus der Vergangenheit. I. Smnm’f i)n=l'em, der First. ') In Cordova, wo seit der Eroberung Spaniens durch die Araber (711) eine zahlreiche jüdische Gemeinde sich befand, wohnte um das Jahr 1000 ein jüdischer Mann, Samuel b. Josef Ha-Levi, genannt Nagdila, der in einem Gewürzkram sich einen, bescheidenen Lebensunterhalt erwarb. Der arme Speeereihündler hatte sich außer einem vorzüglichen jüdischen Wissen (er war ein Schüler des berühmten Ehanoch b. Moses) auch eine nicht gewöhnliche Kenntniß der arabischen Sprache und Literatur angeeignet und schrieb besonders schön Arabisch. Die letztgenannte Fertigkeit wurde für ihn die Staffel zu hohem Range und weitreichendem Einfluß. Als in Folge kriegerischer Unruhen die jüdische Gemeinde Cordova's sich zerstreute, ließ Samuel sich zu Malaga nieder, wo er sein kleines Geschäft fortsetzte. Sein Laden befand sich zufällig neben dem Palaste des A b u l k a s e m t b n A l a r i f, Besirs lind Sekretärs des maurischen Königs von Granada, Chabbns, des Berbern, welcher seinem Oheim Zawi auf dein Throne gefolgt war. Die Leute dieses Palastes hatteil oft an ihren Herrn zu schreiben; aber des Schreibens unkundig, ließen sie ihre Briefe von Samuel aufsetzen. Diese Briefe erregten die Bewniiderung des Besir's, da sie mit der größten Eleganz geschrieben und mit den schönsten Blumen der arabischen' Rhetorik geschmückt waren. Als der Besir gelegentlich einst nach Malaga kam, zog er Erkundigungen über den Schreiber der Briefe ein, und da ihm als solcher Samuel bezeichnet und vvrgestellt wurde, sagte er zu ihm: „Es ist deiner nicht würdig, in einem Kramladen zu bleiben; du verdienst, am Hofe zu glänzen, und wenn du einwilligst, sollst du mein Schreiber werden." Samuel nahm das Anerbieten an und folgte dem Besir nach Granada. Bei 0 Abr. b. David: Sefer Ha-Kabbala. Dozy: Gesch. d. Mauren II.