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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-01-01 · Heft 1 (1.1.1881) · p. Seite 20

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 1 (1.1.1881)
Date
1881-01-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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20 ährlich übersteigt it. also Ew. {. M. befuegt werden vor der Statt Rechnung zu begehren u. den wucherlichen Überschuß zu repeiiren oder in Zaren zu imputiren. So vermeinen die gehors. Dep. Ew. k. M. Cominissär konnte sich unter anderen auch dieses Arguments bedienen." Dieses Votum wurde unter dem Vorsitze des Vicekanzlers des Reichshofrathes Sebastian Wunibald Graf Zeit und im Beisein der Reichshofräthe Lintzing, Andler, Schellcrer, Misteter und dem Seeretär Meushengen am 4. Juli 1084 gefaßt und noch am selben Tage vom Kaiser genehmigt, und wurde mit dieser Mission Freiherr von Lintzing betraut. Dieser erhielt auch sofort die nothwendigen Ausfertigungen. Das Schreiben au die Stadt Frankfurt lautete wie folgt: Leopold rc. Demnach wir unfern Hoffrath u. lieben getreuen Joh. Fried, v. Lintzing in gewissen Verrichtung in das Reich abzuordnen eine notturft zu gewissen ermeßen unter anderem aber auch wegen der gemeinen Judenschafft in unserer u. des heil. Reiches Statt Frankfurt ein gewisses Geschäft aufgegeben haben; Alß ist uns. gste. Befelch das; Ihr Ihm von Lintzing in allen seinen Anbring nicht allein gleich vnß selbsten vollkommenes glauben bcymesset sondern auch daranff gebührend ercleret u. demselben in allem ivas Ihme hierunter zu verrichten aufgeben worden dergestalt an handt gehet und anschicket, wie es des; tverks notturfft u. gerechtsamben erfordert n. dißfals Vnßer gdstes. Vorsehcn zu Euch gestellt ist. Deine wir mit kays. Gnaden gewogen seyen. Linz, 4. July 1«>84. Leopold. ^4 manckatnm etc. Wilh. Grass zu Königsegg. Wenn in dem vorliegenden Schreiben auch von „gewissen Verrichtungen" die Rede ist, mit welchen Freiherr von Lintzing beauftragt war, so betreffen diese die Mission, ivelche genannter Reichshofrath in dieser Angelegenheit, der Türkensteuer, bei verschiedenen Reichsständcn hatte. Am 12. August 1084 traf er beim Bischof von Bamberg ein und von da ging er zum Bischof von Würtzburg. Nachdem er sich bei diesen geistlichen Würdenträgern eines freundlichen Empfanges zu erfreuen hatte, begab er sich am 17. August nach Frankfurt, wo er am 19. eintraf. Lintzing waltete eifrig seiner Mission. Bald nach seiner Ankunft in Frankfurt übersendete er dem Magistrate daselbst die kaiserlichen Credentialien, hierauf begab sich Donnerstag den 24. August eine Deputation des Magistrats zu dem kaiserlichen Gesandten, welcher derselbe seine Mission mittheilte, des Inhalts, daß der Kaiser dem Magistrate den Verkaufscontract Kaiser Carl IV. bezüglich der Juden (welche Carl I V. seine Kammerknechte nannte) nicht blos kündige, sondern auch den Ueberschuß, den der Magistrat erzielte, da die Juden zur Zeit als sie verkauft wurden, nur einige hundert waren und nun einige tausende sind, verlange. Da überdies bekannt sei, welche äußerste nnerschwingliche Kosten der Krieg gegen den Erbfeind der Christenheit erfordere und der Kaiser genvthigt sei, denselben im Interesse der gesammten Christenheit zu führen, so verlange der Kaiser, daß auch die Frankfurter Inden eine Türkensteuer leisten, zu welchem Zwecke der Rath die Anstatt treffe, daß die Juden-

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