Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
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16 der Hitze seiner Schmähsucht gar nicht daran dachte, daß er die Inden p seinen Stammesgenossen erhöhte und durch ihre böswillige Verhöhnung sein eigenes Vaterland am meisten geschändet hatte. Apion hat auch die Sprachforschung in den Dienst seiner Schmühsucht gestellt, und in dem Worte Sabbath, welches zur Bezeichnung des Ruhetages gebraucht wird, einen Zusammenhang mit dem ägyptischen Sabbo finden wollen, welches eine ekelhafte Krankheit bedeutet, die den alleinigen Grund abgegeben haben soll, ans welchem die Inden bei ihrem Auszuge aus Aegypten überhaupt ruhen mußten. Da ist doch Plutarch, trotz seiner Unkenntnis; der hebräischen Sprache, wenigstens in der Erklärung des Wortes Sabbath tactvoller, wenn er dabei an den Bacchusdienst denkt, indem er dieses Wort mit einem ähnlich klingenden griechischen Worte, welches das Fest des Sabazios oder Bacchus-Feiern bedeutet, in Zusammenhang bringen will! Jndeni wir nun andere Angriffe, die wesenlos und inhaltslos sind, weil die Fälschung der Thatsachcn zu sehr ans der Hand lag, und die Josephns darum auch leicht widerlegen konnte, wie etwa, das mosaische Gesetz lehre Lieblosigkeit gegen Fremde, der Eid der Inden sei Nichtjnden gegenüber werthlos, die Juden hätten keine berühmte Männer aufzuweisen, die Juden wären bald Feiglinge und bald wieder voll Tollkühnheit, übergehen, wollen wir noch hervorheben, daß den Juden znm Vorwürfe gemacht wurde, sie verehrten einen Esel als Gott und mästeten jährlich eine» Griechen, um ihn dann zu verzehren. Der stoische Philosoph Posidonins aus Apamea hat uns und seinen Zeitgenossen durch eine Verguicknug der Juden mit den Hyksos diesen Esel aufgebnnden. Ein junger Zeitgenosse, der mit Posidonins auf der Insel Rhodns zusammen lebte, Apollonins, trug viel zur Verbreitung dieser Lüge bei, ihm folgten dann Trogns Pompejns, Apion, Plutarch, Diodor, Tacitus und Minntius Felix behauptet allen Ernstes von den Christen (ich führe seine eigenen Worte an, Christiani venerantur caput asini), daß sie den Eselskopf göttlich verehren. Josephns bemerkt ganz richtig, gesetzt es wäre dies keine Lüge, sondern Wahrheit, so käme es doch Apion, dem Manne ans dem Aegypterlande, wo der Thierdienst zu Hause sei, am allerwenigsten und am allerletzten p, sich darüber in Spott zu ergehen. Wenn nur indeß dieser Sache tiefer ans den Grund gehen, so finden wir, daß diese Eselssage mit einer alten ägyptischen Widdersage zusamnienhängt. Es wird nämlich von Servius berichtet, daß, als Bacchus auf seinem Zuge nach Indien mit seinem Heere nach Lydien kam, dieses vom Durst sehr geplagt wurde. Bald aber hätte sich ein Widder sehen lassen, der zu einer Quelle im Sande hinleitete, und darum bildete man Jupiter Ammon mit einem Widderkopfe ab; das Wort Ammon deute noch ans den Sand hin, welcher a m in o s heiße. Sehen wir nun, lute Tacitus, der an einer Stelle schreibt, die Inden verehren ein einziges göttliches Wesen, das nur geistig aufzufassen sei, sehen nur, wie derselbe Tacitus, im Widerspruche mit sich selbst, die Jupiter-Ammonsage in veränderter Fassung wiedergibt und judaisirt. Die Jude», so erzählt er, waren ans ihrem Zuge durch die Wüste wegen Wassermangel ganz erschöpft und dem Untergänge nahe. Da erschien eine große Heerde Esel ans einem von schattigen Bäumen umgebenen Felsen. Mose folgte diesen Spuren und fand eine Menge Wasserguellen. Ans Dankbarkeit stellten die Inden in ihrem Allerheiligsten das Bild jenes Thieres auf. Nach den von Posidonins ausgesprengten Lügen soll nun der Tempelräuber Antiochns Epiphanes, der Geld, sehr viel Geld brauchte, und es nahm, <a* #