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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-01-01 · Heft 1 (1.1.1881) · p. Seite 15

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 1 (1.1.1881)
Date
1881-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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15 schrift entlehnten. Er beruft sich auf Manetho von Ägypten, auf Dios und Menander, die Phönicier, auf Berosus den Chaldäer. Er weist darauf hin, daß die ersten Philosophen der Griechen, Pherekydcs aus Syros und Thales, Schüler der Aegypter und Chaldäer waren, er weist ferner darauf hin, daß Pythagoras, wie aus seinen eigenen Anssprüchen zu ersehen sei, viele von den Gesetzen der Juden in seine Philosophie übertragen habe. Er erwähnt den ältesten Dichter Griechenlands Choirillos, der die Juden, welche mit dein Perserkönige Zkerxes gegen Griechenland zogen, in Versen schildert. Er weist auf Aristoteles hin, dessen Schüler Clearch, der letzte aus der peripatetischen Schule, ausdrücklich berichtet, sein Lehrer habe es ihm selbst erzählt, er habe viel von einem jüdischen Weisen gelernt. Er erzählt noch Hecatäns von Adbera von dem Inden Mosolammos, der sich im Heere Alexanders des Großen befand, und dem unter Griechen und Nichtgriechen Niemand als Bogenschütze gleichkam, uuc er zur Verwunderung des Heeres, als ein Seher auf einen Vogel, um aus dessen Fluge die Zukunft zu deuten, hinwies, schweigend den Bogen gespannt und den Vogel mit dem Pfeile getödtet. Der Seher rast, die Menge tobt und Mosolammos spricht: „O, ihr Thoren, dieser Vogel sollte »nir die Zukunft deuten, und er selbst war nicht im Stande, sein Leben zu retten und kam an diesen Ort, um hier durch den Juden Mosolammos seinen Tod zu finden!" Er erwähnt, um der Griechen falsche Anschauung zu widerlegen, als würden ihre Schriftsteller die Juden gar nicht gekannt haben, noch Thevphrast, Agatharchides, Theophitos, Aristophanes u. m. A. Auch weist Josephus der Griechen alberne Behauptung in Bezug auf die Juden damit zurück, daß sie selbst auch nicht so groß und vornehm zu thun hätten. Ihre hervorragendsten Geschichtsschreiber Herodot und Thnkydides werden, was die Darstellung ihrer heimischen Geschichte betrifft, oft der Lüge geziehen, wozu noch die Thatsache komme, daß die griechischen Geschichtsschreiber häufig in so grellem Widerspruche zu einander stehen lind einer schonen Darstellung zuliebe gerne die Wahrheit zum Opfer bringen. Die ganze griechische Geschichtsschreibung sei jungen Datums und reiche nicht weit über die Perserkriege hinauf, es stehe darum den Griechen nicht gut an, von der Jugend des unbestritten so alten jüdischen Volkes zu sprechen. Die Inden hatten nur, weil sie in einem Binnenlande wohnten und Ackerbau trieben, in alter Zeit nicht das zweifelhafte Glück gehabt, mit den Griechen iu Handel und Verkehr zu treten, und konnten auch sonst als Seeräuber nicht näher mit ihnen in Berührung kommen, da im Judenthume nicht wie in Griechenland die Seeräuberei als etwas Uuschimpfliches galt. Die Juden, und das ist ein zweiter bedeutender Angriff, der gegen sie iu allen Tonarten sich vernehmen ließ, sollten durchaus — mau sollte es gar nicht glauben — zu Nichtsemiten gestempelt werden. Der Semitismus stand nämlich iu großem Anlehen bei den Griechen, die ihm viel von ihrer Cultur zu verdanken hatten. Man sieht, wie sich die Zeiten ändern, und wie Pamphletisten ihre Farben und Fahnen wechseln. Die Geschichte der Einwanderung der Juden nach Aegypten und ihrer Auswanderung ans diesem Lande wurde ans alle nur mögliche Art entstellt. Das Mührchen, daß die Juden von aussätzigen Aegyptern abstammen, die darum ans ihrem Vaterlande vertrieben wurden, ist auf Manetho zurückzuführen, und taucht dann, wo von Juden bei Griechen und Römern die Rede ist, häufig auf. Wie lächerlich machte sich dadurch gerade Apion, der in

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