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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-01-01 · Heft 1 (1.1.1881) · p. Seite 14

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 1 (1.1.1881)
Date
1881-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 in diesem Werke so lebendig, so anschaulich, so kräftig poetisch, klar und natürlich, daß selbst der unkundige Leser ein deutliches Bild der erzählten Thatsachen erhält und zu weiterer Lectüre sich angeregt fühlt. Josephns hat auch eine eigene Lebensbeschreibung verfaßt, in der er besonders seine Thätigkeit in Galiläa schildert. Dieselbe ist jedoch mehr als eine Bertheidignugsschrift gegen Justus von Tiberias anzusehen, der ihn des Vaterlandsverrathes beschuldigt hat. Indem wir nur noch das vierte Buch der Maccabäer oder über die Herrschaft der Vernunft, das fälschlich seinen Namen trägt, erwähnen, wollen wir Josephns noch aus seiner Vertheidiguug des Judenthums gegen Apion als Apologeten kennen lernen. Kein Pharisäer, kein Saddncäer, kein Essüer seiner Zeit wäre im Stande gewesen, eine solch' gründliche Vertheidiguug gegen die Angriffe der Feinde zu führen wie Flavins Josephns. Er zeigt sich in dieser seiner Schrift gegen Apion auf der Hohe des Judenthums, der Zeit und der Wissenschaft. Apion, ein berühmter Grammatiker und anerkannter Ausleger der Homerischen Gesänge, hatte auf seinen Reisen durch Griechenland und Kleinasien, wo er Gegenstand schmeichelhafter Ovationen gewesen, oft Gelegenheit genommen, seiner aus Neid und vorgeschütztem National- und Religionshaß stammenden Feindseligkeit gegen das Judenthum iu Wort und Schrift Ausdruck zu leihen. Er war von ungemessener aufgeblasener Eitelkeit und man nannte ihn die Trompete seines eigenen Ruhmes. Apion war der erste raffiuirte Judenfeind, er maßte sich trotz der entgegenstehenden römischen Gesetze das Bürgerrecht an, that mit diesem erschlichenen Alexandrinerthum groß, und wollte den Juden, die von Alters her, nämlich seit Alexander dem Großen, die Rechte der Bürger besaßen, dieselben streitig machen. Er, der hergelaufene Aegypter, der sich seines Vaterlandes schämte, nannte die Inden Fremde. Von seinen Reisen zurückgekehrt, lehrte er iu Rom Rhetorik und Grammatik, und obzwar er in seiner niaßlosen Selbstüberschätzung es aussprach, daß diejenigen schon ihre Unsterblichkeit gesichert hätten, denen er nur seine Schriften widmete, so sind dieselben doch spurlos untergegangen und seine Unsterblichkeit — um die er gerade nicht beneidenswerth ist — er verdankt sie beit von ihm angefeindeten Juden. Hören wir nun, was dem jüdischen Volke in damaliger Zeit zum Vorwurfe gemacht wurde.. Man behauptete nämlich, das jüdische Volk sei jung und rage mit seinen Wurzeln nicht tief genug in den Boden des Alterthums hinein. Das hohe Alter eines Volkes bedingte nach den herrschenden Anschauungen auch dessen höheren Werth. Ganz denselben Vorwurf mußten auch die Christen hören . und ihre Apologeten deckten sich mit Mose und den Propheten. Die Griechen hatten die Anschauung, daß die Juden, weil, wie sie meinten — was sich später durch Josephns Widerlegung als falsch herausstellte — die griechischen Geschichtsschreiber ihrer nicht erwähnen, eine junge Nation, ein Volk von Gestern her wären, und daß auch den Erzählnngen des Josephns über dieses Volk aus diesem Grunde kein Glaube beizumessen sei. Die Griechen tvaren in diesem Punkte sehr hochmüthig, und meinten, mau müsse im Bezug auf die ältesten Ereignisse sich an ihre Berichte halten. Josephns schreibt dagegen mit Recht, Griechenland sei von unzähligen Umwälzungen heimgesucht ivorden, welche die Erinnerung an die Vergangenheit verwischten. Das Leben baute sich immer auf neuen Gründen auf und darum meinte jedes Zeitalter, wo es beginne, beginne die Weltgeschichte. Josephns beruft sich auf die ältesten Schriftsteller, die Juden erwähnen und deren Geschichte behandeln, auf Völker, mit denen die Juden längst iu Verkehr gestanden hatten, während die Griechen erst viel, viel später von denselben die Buchstaben-

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