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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-01-01 · Heft 1 (1.1.1881) · p. Seite 10

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 1 (1.1.1881)
Date
1881-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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1 — 10 — zumal dieselben in ästhetischer und philosophischer Bildung den Griechen zum mindesten ebenbürtig waren. Dort schiniedete der Neid seine Waffen, dort zuckte der Haß seine Schwerter, dort wurde Verleumdung auf Verleumdung gegen Juden und Judenthum geschleudert und nicht vom niedrigen, ungebildeten Pöbel, der sich von seinen Thaten nur selten Rechenschaft zu geben im Stande ist, nein, gerade zumeist und zuerst von gelehrten Schriftstellern, die unter ihren Zeitgenossen einen klangvollen Namen hatten und deren Stimme inaßgebend sein sollte für weitere Kreise. Der Judenhaß trat damals das erste Mal mit bewußter Raffinirtheit und in schamloser Bestialität literarisch in die Welt und jene eigenthümliche, enltnrhistorisch immerhin sehr interessante Schmähschriftenliteratur gegen die Inden, die bis ans unfere Tage, Vornrtheile wiederkauend, üppig fortwnchert, in Alexandrien war ihre erste Brutstätte. Wenden wir uns von den die Inden umgebenden äußeren Verhältnissen ab, und werfen nun einen prüfenden, unbefangenen Blick auf die inneren Zustände deS Jndenthums, das durch die Begegnung mit dem Griechenthnme früher mächtige, nachhaltige Anregungen empfangen hatte, durch welche eine Verschmelzung jüdischer Wahrheit und griechischer Weisheit angebahnt wurde und die jetzt noch immer weiter fortwirkten! Währenddem in der seleucidischen Zeit die sogenannten Hellenisten unter den Juden alles Fremde gedankenlos nachahmten und es an niedriger, gemeiner Selbstverachtung mit dem verkoinmensten Sklaven anfnehmen konnten, währenddem die Hellenisten, die gierig die Brosamen, die ihnen vom Tische des griechischen Geistes abfielen, auflasen und ihre eigenen Geistesgüter verachteten, beim ersten Sturme wie welke Blätter vom Baume des Jndenthums abfielen, waren die Aßidäer, ihre Gegner, viel zu national beschränkt, als daß von ihnen in jenen bewegten Zeiten eine Läuterung nach Innen unb nach Außen eine erfolgreiche Vertheidigung des Jndenthums gegen dessen Feinde zu envarten geivesen wäre. Sie hofften auf Gott und ließen sich am Sabbathe von den Syrern ruhig tvdten, ohne die Waffen zur Vertheidignng zu ergreifen, denn so tvar es ja vom Gesetze vorgeschrieben. Wie ganz anders die Maecabüer mit ihrem tveiten weltmännischen Blicke und mit ihrer Begeisterung für das ideale Judenthum, das nach ihrer Ansicht, was seinen geistigen Gehalt und seine weltgeschichtliche Bedeutung anlangt, dem degenerirten Griechenthnme gewiß weit überlegen war! Sie anerkannten wohl das Schone an dem Griechenthnme, gaben aber darum die Wahrheit des Jndenthums nicht preis. Sie haben das Sabbathgesetz, iveil es in seiner Buchstäblichkeit nur störend war, reformirt. Vertheidigungskriege wurden unter ihrem Regime an diesem Tage gestattet und damit war zugleich die Idee und das Prineip ausgesprochen, daß das Judenthum ein ewiger Gedanke sei, der höher stehe als Gesetzesstützen und Buchstabenglaube. Durch die in den Tagen der Ptolemäer angefertigte griechische Bibelübersetzung haben die Heiden das erste Mal Einblick nehmen und Einsicht erlangen können in den Geist und in die Geschichte des Jndenthnms, die ihnen bis dahin nur vom Hörensagen, entstellt durch allerlei Fabeln und Vornrtheile, t bekannt geworden tvar. Durch die damals entstandene jüdisch-alexandrinische Literatilr, von deren Trägern >vir nur Ezekielos, Theodot, Aristobul und Philo nennen, ist das Judenthum literarisch den heidnischen Völkern näher getreten und zur

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