Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 3 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 537 (sequence 138)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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537 mehr passen will/ ist nicht zu verwerfen, weil es ein in sich Nichtiges vorstellt, sondern weil es gegen die jetzt geltenden Momente der Weltgeschichte gehalten ein Zurückgebliebenes scheint. Bei solcher Ansicht von der Geschichte aber muß zuvörderst dem Ausspruch, baß etwas nicht zeitgemäß fey, das Begreifen desselben in seiner Zeit vorangehen, und weil dieses schwer ist, und eine größere dialcctische Kunst, als das pro oder covtra voraussetzt, ist ein Behandeln des Vorwurfes auf diese Weise unterblieben, und man ist bei jenem seich» ten für und wider stehen geblieben, das am beliebtesten ist, weil es der willkührlichen Freiheit, sich zu dem einen oder dem andern zu schlage»/ am meisten schmeichelt. Das jüdische Leben, ein Ueberbleibset, nicht, wie gewöhnlich geglaubt wird, des orientalischen Alterthums, sondern des ritterlichen Mittelalters, nicht min» der, wie Hörigkeit, Duell, und die Facultatsabtheilung der Universitäten, bietet noch heute zur Verwunderung der Staunenden jene Doppelanstocratie dar, deren Theile sich zu einander wie Pole verhalten, und Geld und Rabbineraristocratie heißen. Als das Heiligthunr untergegangen war, und die Religion der Juden keinen sichtbaren Punkt der Einigung mehr hatte, mußte «in solcher gefunden werden, und daß die stets fortgehende Tradition das am nächsten liegende war, ist wohl ehne Weiteres begreiflich. Da aber diese Tradition bestandige Bewahrer und Fortleiter haben mußte, so waren dies die Rabbinen, eben so ehrwürdig, was ihren eigentlichen Begriff betrifft, als nur Priester der eleufimschm Mysterien es gewesen seyn können, denn auch die jüdische Religion hat im Mittelalter ihre esoterische Kiri. Bd. Z.H. Nn