Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 3 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 520 (sequence 121)
- Language
- German
- Belongs to
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520 welche zwar mit dem oben bemerkten Sinne übereinstimmen/ aber doch der Materie zu wenig Licht ertheilen/ als daß sie besonders angeführt zu werden verdienten. L. Die Leidenschaften insbesondere. a) Die Mißgunst. Es war damals ein allgemein verbreiteter Glaube unter den Juden (ob unter ihnen allein, würde sich wohl schwerlich mit einiger Wahrscheinlichkeit behaupten lassen,) der sich auch noch jetzt hie und da beim gemeinen Manne erhalten, daß Mißgunst/ Neid, Scheelsucht (!?"1N s^V) schädliche Wirkungen an dem Gegenstand den sie treffen, hervorbringen. Dessen Entstehung aufzusuchen, soll nun zuerst unser Vorwurf seyn. — Es liegt in der menschlichen Natur (welches eine Thatsache), daß wir das hoffen was wir wünschen; wir geben uns so gern den schmeichelhaften Vorspiegelungen der Phantasie, die über alle Mittelglieder hinwegspringt, hin, daß es uns schwer wird, den von Interesse entblößten Vorstellungen der Gegensette Raum zu geben. (Es müßte denn ein anderes Gewicht, wie das der Furcht, z. B-, die Thatigkeit der Einbildungskraft bald wieder auf die andere Seite hinziehen.) Werden diese temporaren Wünsche nun entweder zur heftigen Begierde gesteigert oder zum Charakter fixirt, so wird auch die bloße Hoffnung zur sichern Erwartung übergehen; denn je größer die derselben betrifft, sehr geringe, indem wir an keinen abstracten Begriff denken würden, und doch bestand eben in diesem wech, selweisen Zerarbeicen erst der Phantasie, im Aufsuchen eines analogen Bildes, und dann der Abstracuon, um es sich immer reiner vorzustellen, das Eigentliche ihrer Speculation-