Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 3 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 514 (sequence 115)
- Language
- German
- Belongs to
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S14 Ü. Orakel. Auch diese gehören in manchem Betracht in den Umfang einer Psychologie. Hier nur davon was §u unserm Zwecke unmittelbar gehört. Wir finden, nach der Regeneration des Staates der Juden, deren zwei Arten dort yiglrend: das sogenannte Bath Kol; und die Erfragung eines Verses aus der Schrift von einem begegnenden Knaben. Die Beschaffenheit des Ersteren hat der Nebel der Vergangenheit zu sehr umhüllt, als daß wir hierüber, und noch weniger über dessen Grund etwas bestimmtes sagen könnten. Doch geht so viel aus mehreren Stellen des Talmud hervor, daß man sich dessen als Surrogat des nunmehr verstorbenen Propheten-Geistes, und des mit den Urim und Thunum erloschenen heiligen Orakels, bediente.") Mch scheint es mit dem Wechsel der Zeit eine wesentliche Veränderung erlitten zu haben; denn während noch der Tempel, als ein Centralpunkt aller Manifestation der Gottheit dastand, war es eine Stimme (eine innere?), die nur der Hohepriester am Versöhnungstage im Allerheiligsten, in bedeutsamen Zeiten vernommen haben sollte.") Nach der Lchre von einem allgemeinen Weltgeiste, bei den Rabbinen.- Q^O^N!??? „das Leben der Welten" genannt. In wie fern sie aber diese Lehre in sich aufgenommen, würde hier nachtuweisen iu weit führen. 16) S. Lab. l'-i!. I'r. 8ankeä. k. 11, 1>. 8orak k. 48, und 1>. loms. k>1. 9; 1er. I'. I'r. Lei-, f. 21. 17) S. 1>. 8olak so!. ZZ. wo zwei dergleichen Fälle von Simon Justus und R. Ismael erzählt werden. Raschi in seinem Commentar zu dieser Stelle giebt ein ungefähres Bild der Fama.