Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 3 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 510 (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
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510 den wagen, ob die Annahme eines besondem Vorhersehungsvermögens gegründet oder ungegrünbet sey; al. lein obgleich der problematischen Möglichkeit desselben, das als Präproductives fich dem Revroduetions-Vermögen (Gedächtniß) anreihm ließe/ nichts entgegenzusetzen wäre: so möchte doch die objektive Realität derselben anderer Erfahrungszeugen als der in poetische Darstellungen gehüllten Facta der'Vorwelt bedürfen, um fich selbst auch nur bei Träumen/ wo doch die subjektive Associations-Art herrschend ist, darauf sogleich als Erklärungsvrincip berufen zu können. Wir werden aber auch hier nur in seltenen Fällen darauf zurückzukommen genöthigt seyn. Ziehen wir nämlich in Erwägung, daß die Vorstellungsart damals allgemeinherrschend war, (und es zum Theil noch ist) alles varticuläre physische Wohl oder Uebel deS Menschen, in moralischer Beziehung, als Belohnung oder Strafe, zu nehmen, so müssen wir gesteh«, möchte es wohl nicht zweckmäßig seyn/ einen Glauben an Revelation der Zukunft im Traume, der zur religiösen Besserung, Reue u. s.w.führte, wenn er übel, und der Tugend zur Aufmunterung diente, wenn er gut war, zu zerstören, nachdem man, wie schon gezeigt, die gegentheils daraus entstehende Uebel bestmöglichst beseitigt hatte. Es wurde also die bereits eingeführte Auslegung der Träume auf die Gesetze der Association zurückgeführt, wie wir sogleich sehen werden. Wer die selbst im wachenden Zustande durch Bilder und Gleichnisse aller Art genährte Einbildungskraft der Asiaten kennt, wird es wohl sehr natürlich finden, daß sie im Traume, von keiner objectiven Succession gestört, an der Association nach Aehnlichkeit, Contrast u. s. w. fast allein hafte/ wenn diese auch uns oft abentheuerlich