Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 3 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 494 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
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494;. e. von dem, was der Richter einer jeden Zeit befiehlt. (6. M. XVII, 12.) Im Thalmud (lracl. Sckadack 5ol. 23.1.) leitet Rav Awja die Perfectibilitat des Gesetzes aus dem ebengedachten Verse, Rav Nchemjah aber aus dem Verse: Frage deinen Vater, er wird dir sagen, her. (5m. XXXll, .7.) — Diese letzte Behauptung hat an und für sich ihre Richtigkeit. Jene Verse sowohl, als die Natur der Sache selbst, befehlen gebieterisch die Perfectibilitat. Schade nur, daß die Juden unter diesem Worte bloß eine Verschärfung des Gesetzes verstehen, und nicht einsehen wollen, daß, vorzüglich in der Gesetzgebung, alle nach Schlüssen a sorüori abgefaßten Aenderungen, eine gewisse Grenze haben, die nicht überschritten werden darf, ohne ins Negative überzugehen. Das Licht bis zu einem gewissen Puncte putzen, macht es Heller brennen; überschreitet Ihr ihn, so löschet Ihr es aus. Zeit wäre es nun nach gerade wohl, wenn sie jene Befugniß benutzend, ihre Religion von allem saubetten, was nicht zu ihrem Wesen gehört! (7. aä x. 477.) Das Wort Pharisäer leitet man gewöhnlich von dem hebr. Aeitworre ^2 (xara^K absondern) her, weil man diese Classe von Menschen, nach I osevhus, für eine Secte halt, die sich vom Volke in ihrer Lebensart abgesondert hielt. Diese Etymologie unterliegt aber starken Zweifeln. Denn erstens müßte es wohl dann eher ^«^5«7-,, als <?--^s«7o, heißen; zweytens kommen sie im N. T. nicht als Sectirer, sondern meistens immer mit den Schriftgelehrten zusammengestellt vor; drittens aber muß man wohl die Ableitung eines damahls üblichen Wortes eher in der Landessprache, der Syro-Chaldäischen, als in der Hebräischen suchen. Daher scheint es, daß Pharisäer von der chaldaischen Wurzel (pksrasck, er, klären) abstamme, und so viel als d^L^ZO (m'xlisrscliajs. Hie Erklarer, Commentawreg) bedeute. Das mit 5ct»wa punc, tirte K5sm wurde in der Aussprache verschluckt, und das Wort klang bloß kdzrsckaja, (wie Iehuda nur Iuda u. dergl. c5. Bellermanns Metrik der Hebr. S. 37. u. noch and. O.) 55^t^21 (^oxkrsja u'xkarscksja Schriftgelehrte und Erklarer) bilden nun eine ganz schickliche Ausammenstellung; Und von der andern Seile stehen diese Leute, gerade durch ihre Erklärungen, und die daraus abgeleitete Lehre von der Auferstehung der Todten, den Aadukaern und spätern Karaiten sehr richtig entgegen. — Dieß zugleich als Verwahrung gegen jede gehässige Deutung des im Texte gebrauchten Ausdruckes.