Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 3 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 491 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
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491 schreibet (l. Kön.VIII, 9; und 2.Chron.V, 10) stimmen/ wiewohl mit einiger Verschiedenheit in Nebenumsiänden, doch in der Hauptsache überein/ daß bey der Einweihung des Tempels dieses Königs, die Tafeln sich in der Bundeslade befanden.") Nun begründet aber der Dekalog des fünften Buches die Feyer des Ruhetages durch den Auszug aus Aegypten. Hätte sich daher dieser Grund auch auf den Tafeln befunden/ so würde der gelehrte König, der sie vor Augen hatte, und ihren Inhalt kannte, d,och haben von dem Auszuge aus Aegypten und dem Gebothe wissen müssen, daß zum Andenken dieser Begebenheit ein Korban Pe-?ach — das Qsterlamm — geschlachtet wird. Dennoch berichtet uns die Geschichte ausdrücklich, daß Niemand, von Schmuel bis Joschijahu, also auch nicht Schlomah, diesem Gebothe nachgelebt habe. (2. Kön. XX11I, 23, und 2. Chron. XXXV, 18.) Von der andern Seite werden wir, in dem Capitel unsrer Untersuchungen über das erste Buch, darthun, daß, zur Zeit des ersten Tempels, die Schöpfungsgeschichte nicht in der Art bekannt war, wie sie das erste Buch erzählt. Daraus folgt aber unmittelbar, daß die Tafeln auch mit dem Dekaloge des zweyten Buches nicht völlig übereinstimmend gewesen seyn können, da dieser die Feyer des Ruhetages durch die Schöpfungsgeschichte begründet. 2») Uebersehen wir unsere bisherigen Betrachtungen noch ein Mahl, so ergiebt sich: 1) der ganze Pentateuch, wie er jetzt vor uns liegt, kann zu Mosches Zeiten noch nicht geschrieben gewesen seyn, weil alsdann der Befehl des Gesetzgebers, von dieser Urkunde eine deutliche Ab-