Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums · 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 487

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
1822-1823
Issue
3 (1823)
Date
1823-01-01
Page
Seite 487 (sequence 88)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2969091-2969092-2969095--506-2969611
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

487 Munde Jehovas geflossen ist. Hingegen heißt es vom zweyten Dekaloge, dem Inhalte nach dem ersten zwar gleich, bloß: diese — nicht alle diese — Worte sprach Jehova zu Eurer ganzen Gemeinde, (5. M. V. 19.) und daraus geht hervor, daß Mosche die Worte Jehovas nur ungefähr wiedergegeben, und so viel an ihnen abgeändert habe, als ihm zum bessern Herausheben des Sinnes nöthig schien. So sind gedenke und beobachte Begriffe, die, in Bezug auf Mittel und Zweck, in Wechselwirkung stehen: man erinnert sich eines Befehls, um ihn zu beobachten, und man beobachtet ihn nur dann, wenn man sich dessen erinnert. Wer daher das Eine Wort sagt, sagt auch, wie der Thalmud sich darüber ausdrückt, das andere. Jehova gab das Mittel an: gedenke; Mosche schritt gleich zum Zwecke: beobachte, und setzte daher Hie Worte hinzu: wie Jehova, dein Gott, dir — durch das Wort: gedenke — befohlen hat. Ferner begründete Jehova die Feyer des Ruhetages bloß im allgemeinen, durch die Schöpfungsgeschichte; Mosche hingegen, der dem Volke begrifiich machen wollte, warum an diesem Tage dem Sklaven wie dem Herrn die Ruhe vergönnt seyn sollte, mußte den Grund dazu von dem ehemaligen Sklavenstande des Volkes hernehmen. Eben so berücksichtige die Ordnung, in der die verbothenen Begierden im ersten Dekalog aufgestellt sind, den gewöhn» lichen Lauf der Dinge: der Mensch schafft sich zuerst ein Haus, dann eine Frau, dann Dienstbothen und Viehstand an. Mosche hingegen verfuhr psychologisch, und hob unter den Begierden nach des andern Eigenthume, die stärkste unter^ allen, die nach des andern Frau, dadurch am deutlichsten heraus, daß er sie an

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.