Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 3 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 486 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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486 Den Thalmudisten ist die Verschiedenheit der beyden Dekaloge nicht entgangen. Die ganze Harmonie aber/ die sie in dieselben zu bringen suchen/ besteht darin / daß sie die abweichenden Ausdrücke im Anfange des Gebothes über den Ruhetag/ für gleichbedeutend/ oder wie es wörtlich bey ihnen heißt, für gleichzeitig ausgeben CNON ^lOWI ^1D7 (Laclioiv/sekawor b'ckkur ecka6 nemru. Gedenke und beobachte sind mit Einem Worte gesagt worden.) Die U'ckiltka — ein Anhang zum Thalmud — dichtet ihnen den mystischen Unsinn an, als hätten sie vorgeben wollen/ daß Jehova jene Worte durch ein Wunder mit Einem Mahle ausgesprochen habe. Das ist ihnen gewiß nicht eingefallen. Em zweytes, größeres. Wunder wäre erforderlich gewesen/ um zu bewirken, daß dasVolk jenes wunderbar ausgesprochene Wort verstehe. Aben Esra, in seinem Commentar zum ersten Dekalog, dem, meines Wissens/ das Verdienst allein gebührt, die gerügten Verschiedenheiten vollständig aufgezählt zu haben, sucht nicht nur jenen Ausdruck des Thalmuds, sondern die ganze Disharmonie auf eine ziemlich natürliche Art zu erklären. Es würde schwer fallen, uns verständlich zu machen, wenn wir ihm in seinem/ mit kabbalistisch-kosmogonischen/ und grammatischen Nebenbetrachtungen durchwebten Vortrage, wörtlich folgen wollten. Der wesentliche, Hieher gehörige Inhalt desselben ist folgender. Der erste Dekalog enthält/ nach Aben-Esra, die eignen Worte Jehovas, wie sie auch auf die steinernen Tafeln geschrieben waren. Von ihm meldet man uns, (2.M.XX,1.) Es sprach Elohim alle diese Worte, anzudeuten, daß hier kein einziges Wort anders dastehe, als es aus dem