Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 3 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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480 fchäftigung genug darbiethen, und wir wollen zu dem Ende die Urkunde selbst zu,r Hand nehmen. In dieser Urkunde nun lesen wir folgendes: „Es befahl Mosche und die Aeltesten dem Volke und sprachen: Beobachte genau das Geboth, das ich Euch heute ercheile. Am Tage, wo Ihr über den Jordan in das Land gehen werdet, das Jehova, Dein Gott, Di? giebt, errichte große Steine, bewirf sie mit Kalk, und schreib auf sie alle Worte dieser Thora... Daselbst bauest Du einen Altar, dem Jehova, Deinem Gotte zu Ehren... Auf jene Steine schreibst Du alle Worte dieser Thora ganz deutlich." (5. M. XX VU, 1-8.) Hier dringt sich wohl jedem unbefangenen Leser die Frage auf: wie konnte es dem Gesetzgeber beykommen/ einen solchen Befehl zu ertheilen? Wie konnte er von dem in Feindes Land einrückenden Volke verlangen, daß es den ganzen vor uns liegenden, 58S1 bald größere, bald kleinere Verse enthaltenden Pentateuch, das, was man jetzt geschriebenes Gesetz, die Thora, nennt, erst üuf Steine schreiben, und ganz deutlich schreiben solle, ehe es weiter vorrückt? Wenn inan anch über die Größe der dazu erforderlichen Steine wegsehen, und, mit den Auslegern,") die Größe durch ein Wunder ergänzen Wollte, bleibt es doch unbegreiflich, wo man die Muße hergenommen hatte, fast 6000 Werfe deutlich aufzuschreiben, ohne von dem um und um andrangenden Feinde daran gehindert zu werden. Welchem Vernunft tigen Gesetzgeber und Anführer eines Volkes fällt es überhaupt wohl ein, seinem Nachfolger einen solchen Befehl zu ertheilen, da er doch mit Gewißheit voraussetzen muß, daß dieser Nachfolger, ein auf Eryberun» gen