Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 3 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 478 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2969091-2969092-2969095--497-2969602- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
478 denen Veränderungen und Zusätze. (sZZ'NO mickabavan, Menschensatzungcn) und endlich c!) Alle von jedem Gelehrten bis auf den heutigen Tag beliebten Verordnungen und Erweiterungen/ wenn sie dem Gesetze als Zaun dienen. (7N1N^7 ejgß larkorak.) Das Unstatthafte dieser Vorstellungsart leuchtet wohl jedem Unbefangenen von selbst ein. Denn erstens berücksichtigt sie den mehr als 400jährigen Verlust der Urschrift gar nicht/ und nimmt als unbezweifelt an, daß Chilkijahu sie wirklich wieder gefunden/ und nicht aus der Tradition hergestellt habe. Läßt sich aber das letztere erweisen/ so geht dadurch allein schon hervor/ daß es jetzt gar kein von Mosche geschriebenes Gesetz mehr giebt. Diese Folgerung aber auch bey Seite gesetzt, weil man ihr dadurch ausweicht, daß Man die Urkunde des Chilkijahu als geschriebenes Gesetz anerkennt, beruhet doch jene Vorstellungsart zweytens auf der ganz willkührlichen und durch nichts erweisbaren Voraussetzung, daß Mosche dem Jehoschua im Pentateuch nicht enthaltene Erläuterungen und Zusätze mündlich mitgetheilt, und die Mischna diese im Sinne habe, wenn sie von einer Tradition spricht. Endlich drittens knüpft ja die Mischna durchaus nicht den Anfang der Männer der großen Synagoge an den Tod des letzten Propheten. Sie weiset bloß die Reihenfolge der Tradmonarien nach, lehrt, daß mit jenen Männern, weil sie das Gesetz niederschrieben, die Tradition, als entbehrlich, aufhörte. Nun! Dieß Niederschneiben begann ja schon mit dem Priester Chilkijahu/ und muß man doch wohl ihn als den ersten Mann der großen Synagoge betrachten. In der That weiß auch Maimonides, dieser