Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 3 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 420 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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420 wie etwa die späteren Byzantiner/ Römer und Griechen zugleich, aber beides wieder auch nicht sind: eben so sehr muß immer im Auge behalten werden, daß jene Talmudischen Rcchtsquellen sich für nichts als für die streng dienenden Erlauterer des Buchstabens des Mosesgesetzes geben, und für die im Sinne desselben abgefaßte weitläufigere Ausführung. Daraus folgt, daß mögen die Abfasser des Talmuds auch jenen Buchstaben oft mit geringem kritischen Geiste gefaßt, wohl auch bisweilen vollkommen mißverstanden haben, sie dennoch als lebendige Fortführer des Mosaischen Gesetzes, und als dessen weiteren Organe, mit ihm zu einem Ganzen verknüpft werden müssen, sollte auch hierdurch nur die Frage beantwortet werden, in wie fern jenes Mosaische Recht einer Hinneigung zu ganz anderen Principien/ als es selbst hatte, fähig geworden ist. Von Asien kann im Allgemeinen gesagt werden, daß es im Judenthume sein Höchstes erstiegen hatte. Die Fortbildung des Judenthums, als Christentum, fällt nicht ihrer Vollendung nach innerhalb des Kreises des Asiatischen Lebens; vielmehr ist diese die Arbeit der Europäischen Welt. Aber es läßt sich dieses fast nicht minder von dem Judenthum als Judenthum sagen. So sehr es seiner Grundlage und seinem Begriffe nach in Asien wurzelt, und so fest und zäh es auch von jeher an dieser Grundlage gehalten, eben so sehr hat es in seinem Gang durch die Weltgeschichte immer eine Seite für die Eindrücke von ausien her offen gehabt, so wenig es sich diese Blöße auch jemals gestand. Durch diese Passivität desselben, in der alle Jahrhunderte, da sie vorübereiltcn, gleichsam ihre Buchstaben-