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Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums · 1823-01-01 · 3 (1823) · p. Seite 406

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Journal
Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
1822-1823
Issue
3 (1823)
Date
1823-01-01
Page
Seite 406 (sequence 7)
Language
German
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40» orientalischen Staaten und jener geringe Wechsel in der Vorstellung und Sitte des einzelnen Landes. In China ist bei seiner durchgreifenden patriarchalischen Familien- Verfassung, die den einzelneu Bürger unter lebenslängliche Vormundschaft stellt, die ganze physische und moralische Anft des Staats ohne alle andere gesetzliche Bestimmung auf die bloße Persönlichkeit des Kaisers/ als des Hauptes dieser Familie/ konzentrirt; in der Religion des Lama verkörpert sich die Seele der Gottheit selbst in dem jedesmaligen Herrscher, und in dem Judeathume ist Gott, als das unbegreifbare, abstrakte ^ine, zugleich bürgerlicher und politischer Gesetzgeber des besonderen Volkes. Und so lebt auch das sittliche Ver. hältniß hier nicht als das Ergebniß des inneren, moralischen Prinzips, sondern es existiret nur als Sitte, Gebrauch oder Gewohnheit unter der Form des bloß Rechtlichen, und erscheint wie dieses und mit ihm innigst verschmolzen auf dem Felde äußerer Konvention. Dle Freiheit der Individuen tritt daher vor den starren, aristokratischen Formen Asiens in den Hintergrund zurück, und das ethische Prinzip selbst wird von dem Menschen gleichsam noch als ein nur gegenständliches Aeussere angeschaut. Der höchste Gipfel solcher Ethik bestehet daher auch in einer bloßen Lehre der Weisheit oder praktischen Lebensklugheit, so wie fle sich ungefähr in den Sittensprüchen des Salomo oder in den Klugheitslehren des Konfuzius offenbaret. Und betrachtet Zkan an diesen Lehren die äußere Form des Vortrags, so zeiget sich hieran wieder die genaue, innige Verbindung zwischen Natur, Sitte und Recht in Asien. Denn es bestehet die beste und eindringendste Lehrmethode dieser Sprüche in Parabel und Gleichniß, d. h. in einer

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