Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 2 (1822)
- Date
- 1822-01-01
- Page
- Seite 399 (sequence 205)
- Language
- German
- Belongs to
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399 Nahmen Jude gleichsam ein Adelsdiplom für die Religionsparthei, er beurkundet ihr Alter, er erinnert an ihre Leiden und die in denselben bewiesenen Tugenden; erinnert er freilich auch an widrige Handlungen, so ist es Pflicht derjenigen, welche hierin etwas beleidigendes fühlen, durch ihren Wandel und ihre Thaten den Nahmen Jude dahin zu bringen, daß er auf dem Wege der Geschichte jene Schattenbedeutung wieder verliere, und ein Ehrennahme werde. — ./Damit," so schließt der Verf. diesen Abschnitt, „daß dieses Ziel endlich erreicht ist, glaube man übrigens nicht, daß die Klagen gegen die Juden aufhören werden; es laßt sich vielmehr ohne prophetischen Geist voraussehen, daß in gleichem Grade, als diese Reform für den Staat und die Juden nützlich ist, die Klagen gegen sie zunehmen werden. — Allein das thut nichts; Vernunft und Menschenrecht wollen einmahl diese Reform und Amalgamation, diese Gleichstellung aller Staatsbürger zum Wohl der Gesammtheit." In dem Anhang (§. 125—152) begegnet der Verf. einigen Einwendungen und Zweifeln, welche gewöhnlich gegen die Gleichstellung erhoben werden. Er hält den Glauben an die Unverbesserlichkeit des Juden für eine Versündigung an der Menschheit. Die Grundlage der jüdischen Religion sei die aller wahren Religionen: Einheit Gottes im reinsten Sinn, Selbsterhaltung und Nächstenliebe. „Die Religion ist nur duldend," sagt der Verf., „die Religionen hassen sich." Nirgends, wo man dem Juden Menschen- und Bürgerrechte gestattete, sei dies ohne wohlthätige Folgen geblieben, und wenn diese auch nicht gleich in hohem Maaße sind, so liege dies daran, daß man die Juden noch