Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 2 (1822)
- Date
- 1822-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 202)
- Language
- German
- Belongs to
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3NK Mit der bürgerlichen Freiheit/ dem Fundament eines jeden Staats bestehen? Wohl wahr ist es, und Rec. hat hierin schon manche eigene Erfahrung gemacht/ daß Aeltern, und besonders die Mütter, ihre Söhne, so ungern dem Handelsstande entziehen. Rec. kennt Familien, die nicht viel mehr, als ihr kümmerliches Brod haben, aber dennoch ihr Söhnlein der Arbeit eines Handwerkers nicht unterziehen mögen; und, wie gesagt, besonders sind die Mütter dagegen, die alsdann mit ihrem Kinde nicht hinlänglich glänzen zu können glauben. O über diese schreckliche Ansichten! Mögen sie doch hören, was ihnen schon der Talmud darüber sagt! Aber trotz dem darf, so verlangt es die Gerechtigkeit, kein Zwang eintreten; die Zeit, und mit ihr der Genuß der Freiheit, werden jene Ansichten ändern, und Aeltern werden lieber einen ehrlichen Handwerker dem Staat, ihren Mitbürgern und sich erziehen, als einen umherirrenden Handelsmann, der weniger auf seine Arbeit, als auf das Mitleiden anderer vertraut. Dahin müssen aber Erziehung, Unterricht in Religion und Kanzelvortrage wirken. Dazu müssen alle Edlere unter den Juden durch Beispiel und Ermahnung beitragen. Es müssen diejenigen, so des Pöbels Geschrei nicht achten, aufqemuntcrt, und die Trotzigen und Verstockten verachtet werden. Aber es müssen auch christliche Meister und Gesellen ihre Untergebenen und Mitbrüder mit Liebe behandeln. — 2. Eine Verordnung, daß zu dem talmudischen Studium, selbst als Wissenschaft betrachtet, sich nicht eine unverhaltnißmaßige Anzahl von Jünglingen hinlenke. — Wie Verf. diesen Zwang mit der von ihm aufgestellten Freiheitstheorie vereinigen will, kann Rec. nicht begreifen. Kann es niemanden ver-