Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 2 (1822)
- Date
- 1822-01-01
- Page
- Seite 394 (sequence 200)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2969091-2969092-2969094--411-2969515- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
394 Seiten der Staaten gethan. Der Verf. schildert nun (§ 89 u. fg.)/ der Wahrheit überaus getreu, die natürlichen Folgen dieser Vernachlässigung der Erziehung. Es müsse in dieser Hinficht ein ganz neues Gebäude aufgeführt werden. Aber ,/es fehlt den Regierungen zum Theil noch an Sinn und Plan dafür, es fehlt an Lehrern, an Mitteln, besonders an guten Lehrbüchern, an Geld für die Sache; es fehlt an Allem." (Hiergegen läßt sich jedoch mit Gewißheit voraussagen, daß wenn nur die Regierungen ihre Hände zum Bessern bieten, auch alles andere vorhanden sein und sich finden wird.) Es müsse ein förmlicher Erziehungsplan ausgearbeitet, Lehrer müssen gebildet, Lehrbücher geschrieben, Schulanstalten errichtet werden, und alles dieses, nach dem Verf. auf Kosten des'Staats, zu dem auch der Jude steuere. Es müssen Elementar- und Mittel-Schulen errichtet werden, in welchen ein gehöriger Unterricht in der Religion ein vorzüglicher Lehrgegenstand wäre. Besonderer Gelehrten-Schulen für Juden bedürfe es bei dem Bestehen von Gymnasien, Lyceen, Universitäten u. f. w. nicht. — Ree. kann nicht umhin, hier noch besonders auf den gänzlich vernachlässigten Unterricht der weiblichen Jugend aufmerksam zu machen. Wenn man doch ernstlich bedächte, daß diese Hälfte der Menschen in alle Verhältnisse des Lebens verflochten ist, daß wir ihr Leben, Gesundheit und Erziehung, einen großen Theil der Cultur und Bildung verdanken, so ist es nicht zu begreifen, wie man bei diesem Geschlecht den Unterricht in Religion, so sehr vernachlässigen kann. — Hinsichtlich der Niedern Volksklasse hört man mitunter, daß dieselbe durch Unterricht unwillig zur Arbeit gemacht werde.