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Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums · 1822-01-01 · 2 (1822) · p. Seite 388

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Journal
Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
1822-1823
Issue
2 (1822)
Date
1822-01-01
Page
Seite 388 (sequence 194)
Language
German
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388 solchem hervorgegangen/ sondern Folgen des ihm aufgelegten Druckes. — Was den Juden aber besonders hebe, sei seine Milde, sein wohlthätiger Sinn gegen Arme und Nothleidende, oft zwar nur Schwäche, doch häufig auch wahre Tugend; und wenn nach dem Verf. diese Milde sich mehr auf die Glieder seiner Religionsparthei beschränkt, als auf den Menschen überhaupt, so ist es ja der menschlichen Natur ganz angemessen, daß das Mitleid mehr gegen diejenigen rege wird, welche gleiche Noth, gleiches Elend, gleichen Druck mit uns leiden. In dem zweiten Abschnitt (§. 17—27) wird von den Ursachen jener Erscheinungen gehandelt. Es wird hier die Frage aufgeworfen: wodurch ward der Jude zu diesem Zerrbilde? Was ist seine eigene Schuld, was gehört davon Zeit und Umständen an? „Ein Volk," sagt der Verf., „das wie dieses gelitten und geduldet, hätte ein Göttergeschlecht sein müssen, wenn es seinen Character hätte rein menschlich ausbilden, oder auch nur unverdorben erhalten können." Es wird weiter ausgeführt, wie diefe Menschenmasse von jeher gelitten hat, wie sie verstoßen und vernachlaßigt, die Zielscheibe des Drucks, des Spotts und aller Auswüchse der Afterpolitik gewesen ist. Verf. schildert, wie noch jetzt der Jude in den öffentlichen, wie in den Privatverhältnissen des Lebens zurückgesetzt sei und vernachläßigt werde. „Werden wir anders gegen den Juden," fügt er hinzu, „und auch er wird anders werden." Wer in dem Menschen das Göttliche achtet, erhebt ihn, führt ihn den Weg zu Gott; wer in dem Menschen nur das Thier findet, würdigt ihn unter den Menschen herab, führt ihn dem Laster zu. Der

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