Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 2 (1822)
- Date
- 1822-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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L24 darum war es auch Abraham auf Moria, der durch den Sohn die geistige Erlösung für alle seine Nachkommenschaft herbeyführte, und darum schloß Gott einen Bund mit ihm. Diese durch Abraham auf Moria bewirkte Versöhnung soll, wie der Thalmud an vielen Stellen nach den Kabbalisten berichtet, am ersten Tage des Monats Tischri, dem Neujahrstage der neuern Juden, erfolgt seyn. Darum bezieht sich auch fast der ganze Gottesdienst dieses Tages auf diese Versöhnung. Das Capitcl des Pentateuchs, worin das Opfer Abrahams vorkommt, wird in der Synagoge verlesen; es wird auf ein Widderhorn geblasen — nicht in der ehedem rein polizeilichen Absicht, die ich anderswo auseinander gesetzt habe — sondern in der mystischen Hoffnung und Bedeutung, daß Gott sich des Opfers Abrahams auf Moria erinnern, und des Beweises seiner Versöhnung eingedenk seyn werde, da Er sie doch damahls, durch das gesandte Widder, deutlich an den Tag gelegt habe; endlich aber wird an diesem Tage, so wie den folgenden zehn Bußtagen, ein Gebeth abgehalten, das sich in den Bußgesängen (MN^V d^Iick0l.K) findet, und das den Nahmen: das Bünden (NN^V ^.ke^ak) führt. In demselben wird Gott gebechen, zu erwägen, daß Abraham seinen Sohn bereits auf den Altar gebunden, und Gott, indem er die Erbsünde deßhalb schon verziehen habe, nun auch die, gegen Ihn aufs neue begangenen Sünden, verzeihen wolle. Bey dieser höchst verschiedenen Ansicht der Sache, und bey der Ueberzeugung, die daraus hervorgeht, daß das Judenthum nur im Judenthume richtig beurtheilt werden könne, wird jeder wohl von selbst eing-estchen,