Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 2 (1822)
- Date
- 1822-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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214 Dieser Gedanke, von den Kabbalisten einmahl aufgefaßt und als Grund gelegt, diente ihnen das ganze Gebäude in seiner Vollständigkeit aufzuführen, wie folget: Adam befaß, so lehren sie, vor dem Sündenfalle, eine wackere, taugliche Seele, einen reinen Ausfluß der Gottheit. Bey seinem Falle entfloh sie von ihm, und machte einer andern, bösen, dämonischen Seele Platz, mit der er sein indisches Leben verlebte, und nach deren Empfang er erst Kinder zeugte. So wie aber die Körper der spatesten Nachkommenschaft Adams in dem Saamen des Urvaters eingeschachtelt lagen, eben so ihre Seelen in der seinigen. Dadurch wurden die Kinder alle mit seiner Seele zugleich verdorben, treten alle sündhaft in die Welt, werden alle in der Sünde geboren, und unterliegen dem Schicksale der Sterblich? keit, das ihnen der Urvater durch seine Missethat zubereitet hatte. Diese Einschach tlungsl ehre in Bezug auf die Seelen, nennen sie das Geheim niß der Schwangerung, ("NZ^N UV, eoä Ka-ibur) anzudeuten, daß die Sündhaftigkeit der Seele Adams den Seelen seiner Kinder gleichsam angeschwängert worden sey. ') Hätten aber in der schlechten Seele Adams unendlich viele Seelen eingeschachtelt gelegen, so wäre das Menschengeschlecht ohne Rettung verloren; alles, bis in He, Ewigkeit bliebe in der Schuld des Vaters begriffen^ nie könnte die Erlösung, erfolgen. Allein der Vorrath (-u^K) der eingeschachtelten Seelen ist endlich, und sobald er verbraucht seyn, und mithin die Schwangerung ihre Wirksamkeit verloren haken Wird, kommt die ursprüngliche, wackere Seele