Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 2 (1822)
- Date
- 1822-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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210 bestraft die Sünden der Vater, selbst an den schlechten Kindern, nur bis in das dritte, höchstens vierte Geschlecht, und es in einer andern Stelle des Pentateuchs (5. Mos. XXIV>16) heißt: Es sollen nicht die Kinder für die Väter sterben, jeder sterbe für seine eigne Schuld. Zur Zeit des ersten Tempels brauchte man überdieß nicht zur Erbsünde seine Zuflucht zu nehmen, um sich das Sterben der Menschen, als Strafe betrachtet, zu erklären. Die Aufführung des Volkes war zu sündhaft, um nicht die Zuchtruthe Jehovas verdient, und das Leben, auch ohne die Schuld des Erzvaters, für sich selbst verwirkt zu haben. Als man aber im zweyten Tempel jene Lehre vom Sündenfalle kennen gelernt und beherzigt, als man aus ihr eine Art Theodike gebildet hatte, um durch die Erbsünde den Ursprung der physischen und moralischen Ikbel der Welt so zu erklären, daß die Gottheit dabey gerechtfertigt erscheine, endlich als man sich selbst, durch die genaue Befolgung der neuen Ceremonialgesetze, und die von Jehova vergönnte Ruhe zur Befolgung derselben auf vaterländischem Boden, für fromm genug hielt, Am für sich nicht mehr die Schuld des Vaters büßest zu müssen da fing man, besonders in der Schule der Kabbalisten, an, mit Mutterwärme über der Hebung des Widerspruches zu brüten, der sich zwischen der als wahr anerkannten Lehre vom Sündenfalle, und jenen vom Pentateuch ausgesprochenen Sätzen, so offenbar vorfindet. Der Tod wüthet noch immer, immer noch haften andere physische und moralische Uebel dem Menschengeschlechte an, und sind nicht unserer Schuld—denn Jehova hat Ursache mit uns zufrieden zu seyn-^sondern