Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 2 (1822)
- Date
- 1822-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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20t bey den neuern Juden allgemeinen Beyfall. Auch ohne auf die biblischen Stellen hin zu blicken, die darauf hin» weisen, läßt es sich begreifen, warum sie als heilige Wahrheit einem Volke erscheinen mußte, das sich noch immer als Volk erhält, und das, die innern, tiefer liegenden, aber ganz natürlichen Ursachen seiner Erhaltung nicht erfassend, sie einem Wunder, der unmittelbaren Wirkung des Gottes zuschreibe, der Wohlgefallen an ihm findet, und es nicht untergehen laßt, um ihm dereinst seine Selbstständigkeit wieder zu verleihen. Aber diese Ansicht ist weder die aller Thalmudisten und ihrer Ausleger, noch weniger aber die der Kabbalisten gewesen. Viele von den erstem, nahmentlich der altere Hillel, die Rabbi Joseph Albo, Simon Kairo, und D. M. Tobjahu, sind der Meinung, daß die Erwartung eines künftigen Messias durchaus nichts mit dem Glauben des Juden zu thun habe, und daß jene Verheissungen der Propheten über diesen Punct, sich nicht über die Zeit Chiskijahus, Königs in Inda, die Zeit des zweyten Tempels und der Chasmonäer erstrecken. 4) In der That findet sich auch im Pentateuch keine einzige Stelle, die von einem Messias, als Judenkönig spräche, und keine in den Propheten, die man nicht gewaltsam deuten muß, wenn man sie für eine VerHeist sung ansehen will, daß auch nach der Zerstörung des zweyten Tempels, die Juden wieder dereinst zu ihrer ehemaligen Selbstständigkeit gelangen würden. Nur zwey Mahl im Pentateuch wird mit deutlichen Worten dem Volke die Fürsorge Jehovas auch dann verheissen, wenn es vom Wege des HErrn abgewichen, und unter andern Völkern zerstreut seyn wird.