Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 2 (1822)
- Date
- 1822-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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199 wieder versammeln, sie zu ihrem verlornen Reiche wieder verhelfen, und ihnen ihre ehemalige volksthümliche Selbstständigkeit wieder verschaffen wird. Daß die Juden seit dem Anfange des dreyzehnten Jahrhunderts jene mystische Ansicht durchaus nicht als Sache des Glaubens betrachten, weiß wohl jeder, dem es bekannt ist, daß sie nichts für einen Glaubensartikel halten, als was Maimonides dazu gestempelt hat. Seine Behauptungen über diesen Gegenstand sprechen sich aber so rein menschlich, so ganz wie das innere, in der Brust eines jeden guten Menschen schlummernde Sehnen «ach dem Besserwerden aus, daß man wohl deutlich sieht, er habe dieß geheime Sehnen nur deßhalb an einen. Messias geknüpft, weil er den Glauben an denselben bey einigen Thalmudisten und bey seinen Zeitgenossen vorgefunden, nicht aber weil er ihn als einen wesentlichen Bestandtheil des Mosesthums gehalten hat. Maimonides Ansicht vom Messias ist nahmlich im Wesentlichen folgende: j. Er wird in gerader, mannlicher Linie vom Könige David abstammen, und durch Gottes Hülfe den aus allen Welttheilen wieder in Palastina versammelten Juden zur Eroberung des Reiches Davids, also zu der Herrschast über Juda und Israel helfen. 2. Er wird nicht das mindeste an der Weltordnung ändern; weder Wunder thun, noch Todte beleben; sondern durch die ihm von Gott verliehene Tapferkeit, dem Volke Selbständigkeit, und durch seine Weisheit, Gottesfurcht verschaffen. Z. Dem Tode, als nothtvendiger Bedingung der menschlichen Natur, ist der Messias, wie jeder andere O 2