Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
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125?. Erzählungsweise anmeldend ist ein Verfasser gelegentlich/ oft aus dem eignen Leben. Hier ist zu berücksichtigen/ ob von der Heimath, oder von nahen und fernen Orten die Rede ist; ob ein Factum vom Augenzeugen erzählt, und der genannte Ort von Inden bewohnt wird. Gewöhnlich haben solche Mitteilungen sicherern Werth als die belehrenden. 3. Jeder absichtslos erwähnte Ortnamen, gleichsam in anderweitige Mittheilungen verschlungen, hat als solcher den meisten kritischen Werth. Dies ist namentlich der Fall bei Addressen, Unterschriften, Documenten, Akrostichen und Familiennamen. Besonders schatzbar sind die Protocolle von Zeugenverhören und Scheidebriefe. Die Akrostichen, selten zwar, beurkunden, daß dem Schreiber an dem Ort gelegen, und lassen über die Orthographie keinen Zweifel obwalten. Die Familiennamen endlich sind nicht nur oft selber Städte Namen, sondern noch öfter von ihnen hergeleitet. Woher denn mancher Name in der jüdischen Litterar, geschichte verfälscht vorgetragen ist, weil dessen geographische Abstammung nicht beachtet worden. Unter den Schwierigkeiten aber, die sich der> gleichen Untersuchungen und Enrzifferungs-Studien entgegenstellen, ist gleich die erste, daß es oft zweifelhaft wird, ob ein Wort überhaupt ein Ortname sey? Der noch so geübte Kenner des hebräisch - rabbinischen Idioms versuche es, sich unverwundet durchzuarbeiten, durch die dunkelen Schriften voll Abbreviaturen und Anspielungen, nie durch Vokalpunkte und Scheidezeichen erhellt, oft in elenden Editionen mit Augenverderbenden Lettern, — und er wird hier einen Ortna-