Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 128)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Verschwindet demnach die bisher so genannte jüdische Geschichte, so wird, als selbststandig und notwendig, nur eine Geschichte des Iudenthums übrig bleiben, die zwar die Stöße, welche dasselbe von außen in Bewegung setzten, als verändernde und motivirende Thatsachcn nicht verschweigen darf; als eigentlichen Vorwurf jedoch, die Entwicklung der Juden und des Iudenthums darstellt, wie sie in nothwendigem Zusamhange erfolgt, und die jedesmalige Thatigkeit und Lage der Juden erklärt. Diese Entwicklung aber, weil sie sogleich einet! doppelten Gang genommen, durch die Zeit und durch den Raum, scheint sie ocr verlegenen Darsteller zu spotrcn, welche es liebten, auf einen Platz ihre starre Materie hinzubannen, und, wo diese lebt und widerstrebt, Mcs durcheinander gewaltsam über einen Haufen zu werfen. Das mißverstandene Mannichfaltige aber, ist nicht bloße Mehnahl oder Succefsiou des Einerlei, ist keine Poltertammer, auf deren unzufammeugehörige Mobilten man je zuweilen den befchaueuden reforma» torischen Blick wirst: vielmehr ist auch hier Alles nur Material eines einzigen unerkannten Kunstgebaudee, und das lange Leben des jüdischen Vottes, seine Zerstreuung und vielerlei Zustande, erzeugen so wenig eine mehrfache verworrene Geschichte, daß diese umgekehrt nur da eintreten würde, wo ein Zweig desselben in etwas anderes, als Jnde ist, und doch in etwas Selbststandiges auswachsen könnte. Für Juden alo solche, als Kinder des Iudenthums, giebt es nur eine und eine ganze Geschichte. Wie aber bequem die Geschichte Griechenlands betrachtet wird, und znglcich die seiner, bald Selbst