Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 127)
- Language
- German
- Belongs to
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115 tet, eine fortgehende EntWickelung des jüdischen Menschen gewollt und erzielt. Es thut sich aber eine solche Entwickelung überhaupt, zuvörderst durch die Thaten kund, die von einem Volke ausgehen; denn so lange dasselbe mit seiner politischen Existenz, noch nicht zugleich selbst verloren gehet, so lange lebt es, und wo Leben ist, geschehen Thaten. Und könnten sie auch auf Schlachtfeldern und Rednerbühnen, in Cabinettern und Gerichtssälen sich keinen Wirkungskreis öffnen; so würde doch das Unmögliche solches Thuns, noch ein Object für ihre Geistesthätigkeit abgeben, und die Reflexion über gezwungene Tatenlosigkeit, sich in den Schriften, als Idee, als That offenbaren. Eine solche Ideenwelt nun, welche des jüdischen Volkes Thaten umfaßt, theils original, insoweit sie aus dem Judaismus hervorgegangen, — theils nur eigenthümlich, insofern sie das aus der Fremde herübergebrachte einkörpert; bald sichtbar, im Leben und in Werken der Juden dargestellt, bald unsichtbar geworden durch die Verwirrung Irregeleiteter und die störende Faust äußerer Eingriffe, — diese ist es, welche die Geschichte des zersireueten Jüdischen Volkes ausmacht. Was ohne sie von äußerer Geschichte übrig bleibt, — ist nicht mehr das Eigne, die freiwillige Kraftäußerung und die That, sondern das Fremde, die aufgedrungene Defensive und das Leiden; — nichts als jene zufälligen Ereignisse, die in den Geschichtsbüchern so sehr hervorstechen, weil sie allein das Veran. derliche sind, so auf den scheinbar unbeweglichen ewigen Juden hingeworfen ward, damit nur etwas erzahlt und geschildert werden könne- H2